Noch vor einem Jahr war Daniel vor allem auf langen Distanzen zu Hause: Dolomitenmarathon, Schwarzwald, Weserbergland – der klassische Langstreckenfahrer. Doch im Herbst 2024 fiel die Entscheidung: Der Fokus wechselt. Weg von den langen Grundlagentagen, hin zu gezieltem Intervalltraining. Das Ziel: Eine Top-Platzierung bei der Landesmeisterschaft im Einzelzeitfahren.
Wir haben gemeinsam sein Training umgestellt, seine Stärken analysiert und ausgebaut. Mit drei intensiven Einheiten pro Woche, smart gesteuerten Grundlagenreizen und einer klaren Wettkampfstrategie ging es durch Herbst und Winter – mit Erfolg! Daniel sicherte sich einen fantastischen 2. Platz bei der Landesmeisterschaft im Einzelzeitfahren.
Im Interview spricht Daniel offen über die Trainingsumstellung, seinen Weg aufs Podium – und warum das Coaching für ihn ein entscheidender Erfolgsfaktor war.
„Aus Ungläubigkeit wurde Stolz“ – Interview mit Daniel
1. Daniel, herzlichen Glückwunsch zum zweiten Platz! Wie fühlt es sich an, auf dem Podium bei der Landesmeisterschaft zu stehen?
Vielen lieben Dank Kenny! Es fühlt sich auch nach mittlerweile zwei Wochen Abstand immer noch ein wenig surreal an. Als ich nach dem Wettkampf auf die Ergebnisliste geschaut habe, konnte ich es im ersten Moment nicht glauben. Erst als ich dann als Zweiter das Podium betreten durfte, habe ich langsam realisiert, was gerade passiert ist. Aus Ungläubigkeit wurde Stolz und aus Skepsis pure Freude über dieses Ergebnis. An diesen schönen Sommertag werde ich mich lange und gerne erinnern.
2. Du kommst ursprünglich aus dem längeren Rennbereich. Was hat dich motiviert, dich auf das Einzelzeitfahren zu konzentrieren?
Ich bin in den letzten Jahren viele Radmarathons und große Jedermann-Rennen gefahren. Aber: Ich habe mich im großen Peloton nie wohlgefühlt. Die vielen Stürze um mich herum haben mir irgendwann die Freude an den Events genommen. Gleichzeitig liegt meine Stärke im Tempofahren – besonders im Flachen. Für mich war es daher im Herbst 2024 ein logischer Schritt, mich voll und ganz aufs Einzelzeitfahren zu konzentrieren. Hier kann ich meine Stärken voll ausspielen.
3. Wie hat sich dein Training im Herbst und Winter verändert – was war neu für dich?
Wir haben gemeinsam entschieden, die Umfänge zu reduzieren und die Intensität zu erhöhen. Statt langen Ausfahrten standen jede Woche drei Intervalleinheiten und zwei Grundlage-Einheiten auf dem Plan. Die klassischen Fünf-Stunden-Touren am Wochenende haben wir gestrichen.
4. Gab es einen Moment, in dem du gemerkt hast: „Das neue Training wirkt!“?
Definitiv! Die 8×3′-VO2max-Einheit war letztes Jahr mein absoluter Endgegner. Im Februar dieses Jahres hast du mir die Einheit dreimal in einer Woche reingepackt – und ich bin jedes Mal durchgekommen. Da wusste ich: Der Winter war nicht umsonst.
5. Drei Intervalleinheiten pro Woche – das ist hart. Wie hast du das mit Alltag und Regeneration unter einen Hut bekommen?
Ich habe das große Glück, privat wenige Verpflichtungen zu haben und bei einem sehr flexiblen Arbeitgeber zu arbeiten. Regeneration war schon immer ein wichtiges Thema für mich. Ausreichend Schlaf und gute Ernährung sind für mich genauso Training wie die Intervalle.
6. Was war für dich die größte Umstellung im Vergleich zu deinem früheren Ausdauertraining?
Weniger Trainingszeit am Wochenende – das war ungewohnt. Aber durch die höhere Intensität war ich an diesen Tagen trotzdem ordentlich platt.
7. Wie wichtig war für dich die Zusammenarbeit im Coaching?
Ohne Coaching wäre das Ergebnis für mich nicht möglich gewesen. Du kennst die zeitfahrspezifischen Einheiten, meine Stärken und Schwächen – und wir harmonieren einfach gut. Die Trainingssteuerung gibt mir Struktur und Sicherheit.
8. Gab es einen Aha-Moment oder eine besondere Einheit, die dir in Erinnerung geblieben ist?
Jede Fahrt auf meinem TT-Rad ist immer noch etwas Besonderes. Es hat erst 1.000 Kilometer drauf – aber ich merke, wie ich mich mit jedem Kilometer wohler fühle. Ich bin total happy mit der Entscheidung fürs Zeitfahren.
9. Wie sah dein letzter Monat vor dem Rennen aus – worauf lag der Fokus im Feinschliff?
Viele Sweet Spot- und VO2max-Einheiten, plus zwei Vorbereitungsrennen. So kamen wir gut in den Rennmodus und konnten die Belastung realistisch simulieren.
10. Was würdest du anderen Athleten raten, die mit dem Gedanken spielen, ihr Training umzustellen oder sich coachen zu lassen?
Wenn man nur just for fun fährt, braucht es kein Coaching. Aber wer konkrete Ziele hat, ein großes Event plant oder stagnierende Leistungen spürt – für den ist Coaching Gold wert. Man muss bereit sein, seinem Coach zu vertrauen und offen zu kommunizieren.
11. Was ist dein nächstes sportliches Ziel – bleibt es beim Zeitfahren oder zieht es dich wieder in die Berge?
Ich bleibe erstmal beim Zeitfahren – wir haben ja gerade erst angefangen! Für die Zukunft stehen Wettkämpfe wie der „King of the Lake“ oder die Deutsche Meisterschaft auf der Liste.
12. Und zum Schluss: Was war dein persönliches Highlight auf dem Weg zum Podium – neben dem Rennen selbst?
Ganz klar: der Support von Freunden und Familie. Das gibt mir Rückhalt und mentale Stärke – und die ist im Leistungssport mindestens genauso wichtig wie Wattwerte.
Daniel, vielen Dank für dein Vertrauen und deine Einblicke zum Coaching!
Willst auch du das Maximum aus deinem Training herausholen?
Ob Radmarathon, Zeitfahren oder dein ganz persönliches Ziel – mit dem richtigen Coaching erreichst du mehr.
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Sportliche Grüße,
Kenny








