Saisonplanung – So gestaltest du deine Radsaison!

Heute Mitte Februar widmen wir uns mal einem sehr heißen Thema, und zwar der Saisonplanung. Wir klären also die Fragen wann ein Trainingslager Sinn macht und wie du dir die Rennen legen solltest um optimal abzuliefern. 

Die richtige Planung für deine Saison ist sehr wichtig in Bezug auf deine Form und um deine Motivation hoch zu halten.

Auch ich habe schon den ein oder anderen Fehler gemacht, was die Planung der Rennen anging. Bei mir war der Gedanke viel hilft viel, umso mehr Rennen ich machen, desto mehr Rennhärte wird sich entwickeln. Was ja generell auch stimmt, jedoch profitiert man erst später davon. Wenn man sich also alle ein bis zwei Wochen ein hartes Rennen reinfährt wird man einfach nur sehr schnell müde und das Hauptevent wird darunter leiden.

Damit du nicht den selben Fehler begehst haben wir hier nun die wichtigsten Tipps und Tricks zu deiner Saisonplanung.

Trainingslager:

Um es einmal vorwegzunehmen, ja ein “Trainingslager” ist Pflicht. Wo du dir das Volumen reinfährst, spielt hier jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Klar ist es effizienter und auch aus sozialer Sicht angenehmer das auf einer warmen Insel mit Gleichgesinnten zu machen. Dort kannst du dich voll aufs Radfahren, gute Ernährung und Regeneration konzentrieren aber nicht jeder hat diese Möglichkeiten aus welchen Gründen auch immer. Sei es Familie oder Beruf.

Aber auch in so einer Situation solltest du einen Volumenreichen Trainingsblock in dein Training integrieren. Achte dabei auf ausreichend Regeneration und versuche dir deinen Tag möglichst gut zu Takten um Stress zu vermeiden. Hier helfen Kleinigkeiten, wie zum Beispiel sich die Mahlzeiten vor der Ausfahrt zu richten, um dem Stress und der Frage, was esse ich jetzt, nach der Fahrt aus dem Wege zu gehen.

Außerdem empfiehlt sich ein Bergspezifisches Trainingslager im Sommer, wenn du das Ziel hast an Bergigen Radmarathons teilzunehmen.

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Planung der Rennen/Events:

Generell muss man hier unterscheiden, wie Fit und wieviel Rennerfahrung ihr habt. Ein Anfänger sollte sich hier nicht mehr wie ein bis zwei A-Events raussuchen, worauf er sich voll fokussiert. Alles andere wäre für die erste oder zweite Saison definitiv zu viel. Jedoch kann und sollte auch er sich B-Events raussuchen, wo er wie auch der Fortgeschrittene Radfahrer Erfahrungen sammelt, Dinge ausprobiert. Sei es die Technik oder die Ernährung, alles mit dem Ziel sich maximal auf das A-Event vorzubereiten.

Ein fortgeschrittener Rennfahrer kann sich gerne auf vier bis fünf A-Events festlegen. Aber aufgepasst! Hier solltest du darauf achten, dass die Events nicht zu dicht aufeinander folgen. Denn leider kann es immer mal vorkommen das man stürzt oder auch erkrankt und dann kann man vielleicht nicht mehr antreten, obwohl man schon viel Geld für eine Unterkunft und den Startplatz in die Hand genommen hat.

Ihr müsst euch einfach vor Augen halten, Radsport trainiert man nicht von heut auf morgen, es ist eine sehr langwierige Sache und deshalb musst du auch nicht jedes Monument in einem Jahr abgehackt haben!

B-Events können aber auch persönliche Bestzeiten auf der Hausrunde oder am Hausberg sein. Hier sind euren Vorstellungen keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur euch nicht zu sehr auf nur ein Event zu fokussieren aber es auch nicht zu übertreiben mit der Anzahl und Dichte der Events.

Rennfahrer die Bundesliga oder Kriterien fahren haben meist einen Rennkalender der sich von der breiten Masse unterscheidet. Dabei ist die erste Hälfte des Jahres immer sehr gut bespickt, auch mal mit Doppel-Wochenenden. Wobei beim klassischen Jedermann oder Marathonfahrer die Saison erst zur zweiten Jahreshälfte beginnt. 

Hier muss man die Saisonplanung an den jeweiligen Rennkalender anpassen, um die Form optimal zu steuern. Wir alle Wissen das wir unsere Form nicht über das ganze Jahr konstant hoch halten können, das gilt einfach zu berücksichtigen.

Meine Saisonplanung 2025:

Ich habe meine Saison mit Crossrennen angefangen, jedoch nie mit dem Gedanken da Zuviel zu erwarten. Das heist, ich habe hier den Fokus gehabt eine solide Belastung mitzunehmen und die anstelle eines Intervalls in die Trainingsplanung mit einfließen zu lassen. 

Meine Hauptziele (A-Events) sind:

7.6.25 – Doppeltes Everesting 

1.7.25 – Die Tour des Stations Ultimate 1000

18.7.25 – 24h Rad am Ring (4er-Team)

August, Bergiger Radmarathon

20.9.25 – King of the Lake

Somit stehen also 5 A-Events auf meiner To-do-Liste, wie du siehst teilweise ganz unterschiedliche Renntypen da ich mich einfach breit aufstelle und meine Fähigkeiten hier trotzdem zur Geltung kommen. Wenn man es nämlich mal genauer betrachtet, kommt es bei jedem Rennen auf eine hohe Dauerleistung an. Es sind keine Rennen dabei bei denen ich oft und weit aus dem Wohlfühlbereich raus muss, wie beispielsweise einem Kriterium oder den klassischen Jedermann Rennen.

Zur Vorbereitung habe ich mich bisher noch auf kein Event im speziellen fiksiert.

Beispiele die ich in Erwägung ziehe sind:

Everesting am Hausberg

Gravelrennen um die 100-150km

RTF´s 

viele lange Ausfahrten und evtl. Bikepacking

Zudem mache ich ein zweiwöchiges Trainingslager auf Mallorca. Da wird hauptsächlich an der Grundlage gearbeitet und viel Volumen eingefahren. Außerdem werden hier auch noch ein paar Intervalle gezielt eingestreut, um dem Körper den optimalen Reiz zu geben.

In Betracht ziehen werde ich auf jeden Fall auch ein Trainingslager in den Bergen. Dies habe ich nun schon die letzten zwei Jahre gemacht und habe sehr sehr gute Resultate dadurch erzielen können. Ich wohne zwar in einer Bergigen Region, jedoch sind die Anstiege hier mit max.350hm am Stück etwas zu kurz. Die Alpen sind zum Glück nicht weit entfernt und deshalb werde ich mich auch in diesem Jahr dort für die bergigen Rennen vorbereiten.

Wenn auch du dich optimal auf einige Rennen und Events vorbereiten willst, dir aber unsicher bist wie du das angehen sollst, dann kannst du dich gerne bei uns melden und zu uns ins Coaching kommen.

Wir begleiten dich auf dem Weg zu deinen Zielen und bringen dich in Bestform an den Start.

Sportliche Grüße, dein  Sebastian

Neu im Coaching-Team – Sebastian unser Allrounder

Bevor Sebastian mit seiner Vorstellung startet möchte ich nochmal die Chance nutzen und einfach DANKE sagen! Was in den letzten Jahren gewachsen ist macht mich sehr sehr stolz und um so mehr freue ich mich, dass wir unser Coaching-Team erweitern und mit Sebastian einen weiteren Coach an Bord nehmen und unsere Kompetenz stetig erweitern!

Jetzt viel Spaß mit dem neuen Blog. Sportliche Grüße, Kenny

Unser neuer Coach: Herzlich Willkommen Sebastian!

Mittlerweile ist das Jahr 2024 Vergangenheit und heute nutze ich mal die Zeit und stelle mich euch mal ein wenig genauer vor. 

Aber nun erst einmal zu meiner Person:

Ich bin Sebastian, bin 34 Jahr alt und Radfahrer aus Leidenschaft. Immer mit Freude und großen Ambitionen bei der Sache!

Aber das war nicht immer so, tatsächlich fahre ich erst seit knapp 3 Jahren Rennrad, davor war ich ein gutes Jahrzehnt sehr unsportlich unterwegs und habe mein Leben anders genossen.

Da brauchen wir zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht tiefer drauf eingehen, wichtiger ist doch wie habe ich mit dem Radfahren angefangen und wo stehe ich jetzt.

Angefangen hat alles nach einen Motorradunfall auf der Rennstrecke, aus Langeweile und verletzungsbedingt habe ich auf dem Ergometer mit dem Sport begonnen.

Dabei schaute ich die Vuelta in Spanien und war wirklich begeistert wie spannend und adrenalingeladen Radsport eigentlich ist. Ich war völlig in den Bann gezogen und beschloss nun auch Rennen auf dem Rennrad in Angriff zu nehmen. Meine Suche in der DACH-Region führte mich zu meinem ersten Rennen à Eschborn Frankfurt. Mit den damals 100km und 1600hm kein kleines Unterfangen. Ich hatte nun ein Ziel und fokussierte das Training.

Das erste Rennen in meiner „Karriere“ war nun also in den Büchern. Völlig vom Radsport-Fieber besessen fing ich an mir weitere Events heraus zu suchen. In meinem ersten Jahr fuhr ich dann noch das Jedermann-Rennen der Deutschland-Tour, den Schauinsland-König ein Bergzeitfahren in der Nähe von Freiburg und einige andere Events wie auch RTF´s.

Ende der Saison hatte ich mir zukünftige Ziele gesetzt die ich mit meinem alleinigen Training nicht stemmen konnte. Unter anderem standen Mallorca312 und der Ötztaler Radmarathon auf der Liste. Diese Träume haben mich dann zum lieben Laurin ins Coaching geführt, der mich nun schon über 2 Jahre mit Rat und Tat unterstützt.

Weitere Events, wie der KOTL, Istria300, Schwarzwald-Super, der Ötztaler Radmarathon, Race across Germany und viele mehr folgten in den letzten Jahren. Noch heute habe ich den Anspruch meine Leistungen des Vorjahres zu toppen, jedoch den Spaß nie außen vor zu lassen.

Deshalb habe ich mich auch nie für irgendeine Sparte allein eingelassen. Ich stelle mich hier breit auf und bestreite auch mal ein Cross-Rennen oder einen MTB-Marathon nur zum Spaß. Diesen Winter habe ich auch das Laufen für mich entdeckt und integriere es ins Training.

Durch meinen Werdegang habe ich beschlossen, nun auch meine gesammelten Erfahrungen aus der Praxis und meine mentalen Stärken weiter geben zu wollen. Aus diesem Grund habe ich die Trainer-Ausbildung beim BDR begonnen.

Was zeichnet mich aus:

  • Was ich mir in den Kopf setze, ziehe ich durch
  • Allrounder der gerne neue Sachen ausprobiert
  • Eine Radfahrt kann nicht lang genug sein
  • Mentale Stärke

Was interessiert mich:

  • Kochen und Ernährung
  • Alles rund um Technik egal ob Fahrrad oder Auto
  • Wandern und die Natur, vor allem die Berge
  • Trainingssteuerung

Auf diesem Wege möchten wir nun verkünden (und da danke ich Kenny und Laurin sehr für Ihr Vertrauen) dass ich das Coaching-Team bei Sporformance ab sofort unterstützen werde.

Wir werden als Special 3 Personen die Möglichkeit geben kostenfrei zu mir ins Coaching zu kommen, sodass ich hier meine Praxis-Erfahrungen weiter ausbauen kann und Du bestenfalls einen Leistungs- und Motivationsschub bekommst.

Aber keine Angst, die Expertise von Kenny und Laurin wird auch hier zum Einsatz kommen und mich bei der Trainingsplanung unterstützen.

Sportliche Grüße, dein zukünftiger Coach Sebastian

Race across Germany – Mein Bericht zum Rennen

Mittlerweile ist das Jahr 2024 Vergangenheit und ich lasse so manche Rad-Erlebnisse des Jahres Revue passieren. So auch mein Highlight Rennen der Saison, das Race across Germany von West nach Ost. Genau genommen ging es von der Aachener Innenstadt einmal quer durch die Republik bis an die Blaue Lagune nach Görlitz.

Heute werde ich euch von meinem ersten Ultra-Distanz Rennen erzählen, was mein Antrieb war, welche Schwierigkeiten es gab und meine Learnings daraus.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und mitfiebern!

Was ist das Race across Germany?

Es handelt sich hierbei um ein Ultra-Distanz Radrennen bei dem es quer durch Deutschland geht. Es stehen hier verschiedene Strecken und Distanzen zur Auswahl. Die zwei bedeutendsten sind die Strecken von Nord nach Süd(1100km) oder die von West nach Ost (800km). Bei beiden Strecken gibt es auch noch verkürzte Varianten.

Das Rennen kann man alleine oder im Team bestreiten, genauso gibt es die Option als Supported oder Nonsupported ins Rennen zu gehen.

Vorbereitung

Was war eigentlich meine Motivation hier an den Start zu gehen? Ich wollte, nach unzähligen kleineren und mittleren Distanzen (unter anderem Mallorca312, ein Everesting und der Ötztaler), unbedingt einmal meine physischen und mentalen Grenzen kennenlernen. Somit war klar, ich muss mir ein Event aussuchen welches länger als 12h andauert.

Die Recherche begann und ich bin dann auch ziemlich schnell auf das Race across Germany gekommen. Die kurze Anreise und die Topografie der Route waren unter anderem ein Grund, denn mit knapp 8000hm auf 800km kann man als Anfänger im Ultra-Cycling ganz gut leben.

Kaum war die Anmeldung raus, habe ich auch den GPX File für die Strecke bekommen und mich an die Planung der Verpflegungsmöglichkeiten und die Rennstrategie gemacht. Ich habe mich in der Nonsupported Kategorie angemeldet gehabt und war somit auf mich allein gestellt was die Verpflegung anging. Auf der Strecke hatte ich mir somit meine fixen Stopps zurecht gelegt und die Speicher aufgefüllt. Da es erlaubt war zweimal von Freunden und Familie auch als Nonsupported Fahrer versorgt zu werden und ich mit einer Rahmentasche und einem Trinkrucksack bewaffnet war, hielten sich die Stopps im angemessenen Rahmen.

In der Trainingsvorbereitung lag der Fokus auf der Optimierung des Fettstoffwechsels und somit der Ausdauerfähigkeit. Den Winter über habe ich viel mit Krafttraining und langen Ausfahrten (auch auf der Rolle) verbracht. Wochen mit 15+ Trainingsstunden waren hier keine Seltenheit. Früh im Jahr ging es für mich dann ins Trainingslager auf Mallorca wo ich 10 Tage ordentlich Kilometer und Höhenmeter gesammelt habe. Ein großer Belastungsblock war somit schon Anfang März in den Beinen.

Des weiteren habe ich einige 300+ km Touren hinter mir wodurch ich auch meine mentalen Eigenschaften stärken wollte. Auf dem Plan standen dann auch Trainings zu völlig ungewohnten Zeiten, so wurde auch mal erst um 21:30 Uhr ins Training gestartet und die ganze Nacht durchgefahren. Dadurch konnte ich nicht nur meinen Körper testen sondern auch das ganze Equipment.

Das ist auch mein nächster Punkt.

Die Ausrüstung:

Als Nonsupported Fahrer hast du nicht die Möglichkeit deine Räder während des Rennens zu wechseln (im supported Bereich darfst du jederzeit dein Rad wechseln, da dein Team ständig hinter oder vor dir herfahren muss und somit immer in unmittelbarer Nähe vom Fahrer ist). Somit musst du dir Gedanken machen mit was für einem Rad gehe ich an den Start. Nehme ich das Zeitfahrrad welches auf den langen flachen Stücken richtig Vorteile bietet und an den wenigen Anstiegen durch das höhere Gewicht Nachteile bringt oder nehme ich das leichte Bergrad welches jedoch eine schlechte Aerodynamik hat? Ich entschied mich für mein Aero Renner, ein Cube Litening c68X Aero. An diesem habe ich noch den Lenker umbauen lassen, sodass ich auch Auflieger auf den Aero-Lenker montieren konnte. Somit habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und einen guten Kompromiss geschaffen. An der Übersetzung habe ich nichts verändert und bin mit der 52/36 zu 11/34 gut gefahren, da eh keine allzu steilen Rampen dabei waren und die Höhenmeter für die Distanz gering waren. Meine Alltags-Laufräder mit Tubeless Reifen haben sich immer bewährt, so war klar…hier verändere ich nichts außer ein paar neue Pneus aufzuziehen. Funfact: Morgens vor dem Start fuhr ich vom Hotel zur Startlinie und habe mir erst einmal einen schönen Cut in den neuen Reifen gefahren (ich liebe Innenstädte mit dem feiernden Volk und den Glasscherben). Ein Tubeless-Reparatur-Kit hatte ich dabei und somit wurde vor dem Startschuss noch schnell der Reifen geflickt.

Ich hatte eine große Rahmentasche und eine kleine für das Oberrohr mit an Bord, darin wurde die Verpflegung in fester Form verstaut und auch eine Powerbar um evtl. elektronische Geräte zu laden. Zusätzlich zu den Trinkflaschen am Rad hatte ich noch einen Trinkrucksack, sodass ich mit den knapp 4 Litern möglichst weit komme und die Stopps minimiere.

Das Lichtsetup hatte ich bereits auf meiner Nachtfahrt gut testen können und wusste somit dass meine Lampen nicht die ganze Nacht durchhalten werden. Deshalb war ich mit einem zweiten Satz Lampen unterwegs. Was sich auch gut gemacht hatte, war die zusätzliche Stirnlampe, die bot Sicherheit auf der völlig unbekannten Strecke bei vollkommener Dunkelheit. Grundvoraussetzung waren auch reflektierende Klebestreifen am Rad und eine Warnweste die getragen werden musste.

Zum Thema Bekleidung: hier war ich recht pragmatisch unterwegs, da zum Glück sehr milde bis warme Temperaturen vorhergesagt waren. Jedoch war auch sehr viel Regen und ein Unwetter angekündigt. Deshalb bin ich morgens mit den Latex-Überschuhen und einer Regenjacke am Start gestanden.

Das Rennen:

Da meine Startzeit für 8:30 Uhr angesetzt war, stellte ich mir meinen Wecker auf 6 Uhr um noch einmal ausgiebig und in Ruhe zu frühstücken. Die Nacht verlief sehr gut, somit stand ich ausgeschlafen, gut genährt und mit einer leckeren Tasse Kaffee intus am verregneten Start.

Den kleinen Aufreger mit dem Platten vor Beginn des Rennens hatte ich schnell verdaut. Was ich spürte war dann eine leichte Aufregung und Vorfreude auf das Rennen.

Der Startschuss wurde gegeben, also ging es los in meine erste Ultracycling Erfahrung.

Zu Beginn war die Herausforderung schnell aus der Aachener Innenstadt heraus zu kommen. Leider wurde die Fahrt durch die vielen Roten Ampel und den dichten Verkehr sehr zäh. Man kam so gar nicht in seinen Rhythmus rein, da man ständig anhalten musste.

Nachdem man die Stadt verlassen hatte ging es leicht hügelig in Richtung Rhein, wo schon die nächste große Stadt (Bonn) auf einen wartete. Ich als Landmensch habe immer leichten Stress im Stadtverkehr zurecht zu kommen und wundere mich jedes Mal wieviel Ampel eigentlich rot sein können.  Da es mittlerweile aufgehört hatte zu regnen, nutzte ich eine kleine Pinkelpause um auch meine Regenjacke abzulegen. Dies stellte sich jedoch als Fehler heraus da die Regenpause nur sehr kurz war., also Regenjacke wieder an und weiter.

Nach dem Kampf durch die Stadt ging es an die meisten Höhenmeter der Strecke durch den Westerwald, hier wurde das Wetter allmählich besser, sogar die Sonne zeigte sich so langsam. Nach ca. 8h und 215km bin ich in Herborn angekommen, wo ich meinen ersten größeren Stopp geplant hatte. Hier habe ich meinen Flüssigkeitsvorrat und die restliche Verpflegung (Haferkeckse, Gummibärchen und belegte Brötchen) aufgefüllt. Nach knapp 10min Standzeit ging es auch schon weiter in Richtung erster Timestation, bei der man den Veranstalter über die Ankunftszeit und seiner Verfassung informieren muss. Hier habe ich dann gleich die Chance genutzt und meine Speicher für die Nacht aufgefüllt. Gleichzeitig ist hier auch der Startort für die Light-Version von diesem Rennen. Also wenn Ihr noch nicht bereit für die volle Distanz seid, dann könnt Ihr hier die abgekürzte Version starten.

Es warteten nun noch 460km auf mich und es ging so langsam in die Nacht hinein. Die Sonne ging langsam unter und ich kämpfte mich weiter durch die leicht hügelige Landschaft. Auf der Ebene konnte ich gut meine Komfortable Position auf den Aufliegern fahren und war so sehr Aerodynamisch unterwegs. Als die Sonne ganz verschwunden war zog ich mir noch meine Windweste an, kurzes Trikot war durch die echt warmen Temperaturen auch noch Nachts kein Problem. Es war einfach herrlich durch die Nacht, auf den ruhigen Nebenstraßen zu fahren. Nur du, deine Gedanken und dein Fahrrad. Hier müsst Ihr Mental wirklich bei der Sache sein, gerne kann man sich hier mit Musik weiterhelfen, was ich auch tat.

So gegen 22 Uhr muss es gewesen sein, als ich anhielt und mir das erste mal genüsslich ein Koffeinhaltiges Getränke zuführte. Bis dahin war ich komplett ohne Koffein unterwegs und dies gab mir somit einen richtigen Push der mich durch die Nacht getragen hat. Apropos getragen, mitten in der Nacht, es war 2 Uhr, kam ich an eine Baustelle. Da ich mich nicht auskannte und es Stockfinster war wollte ich keine Umleitung fahren und beschloss die Baustelle so zu durchqueren. Tiefer loser Schotter und Sand hinderten mich aber und ich fiel um. Mit einem angekratzten Knie und dem Fahrrad auf der Schulter lief ich also durch die Baustelle durch. Dadurch sparte ich mir sehr viel Zeit und eine Umleitung bei der ich den Weg nicht kannte und in der Nacht auch nicht erproben wollte.

Als um 5 Uhr die Sonne langsam begann aufzusteigen wurde ich tatsächlich ein wenig müde. Ich habe über einen Zeitraum von 30min. wirklich mit mir kämpfen müssen. Halte ich an und mache ein Powernap oder ziehe ich durch und schaffe es vielleicht diesen punkt zu übertrumpfen? Das Polster nach hinten war aufjedenfall da, was die Entscheidung nicht vereinfachte. Aber meine Hoffnung den vor mir liegenden eventuell doch noch einzuholen pushte mich mehr. So machte ich einen kurzen Kaffee-Stopp und es ging weiter.

Es lagen noch ca. 180km vor mir und der Tag startete richtig gut mit viel Sonne, ziemlich schnell wurde es warm und die Müdigkeit war auch vergangen. Motivationsschübe gab es dann auch noch durch die Gespräche mit meiner Frau oder dem Telefonat mit Chef-Motivator Laurin.

Es war jedoch hinten raus ein ziemlicher Kampf noch Kraft aufs Pedal zu bekommen, ich war zwar nicht langsam unterwegs aber es war einfach alles schwergängiger als noch ein paar Stunden zuvor. Die Belastung war also deutlich spürbar, dennoch war ich noch lang nicht am Ende!

Ich fuhr weiter und weiter bis ins Gewitter hinein. Kurz fragte ich mich, unterstellen oder weiter fahren? Da es nicht kalt war und ich nur noch 40km vor mir hatte, zog ich wieder einmal meine Regenjacke an und zündete nochmal den Turbo. Die restlichen flachen Kilometer vergingen schnell da meine Gedanken an richtiges Essen, eine Duschen und ein Bett mich beflügelten. Vorallem war ich glücklich dass ich mir mein selbst gestecktes Ziel, das Rennen in unter 30 Stunden zu absolvieren, schaffen werde.

Das tat ich schlussendlich auch, gebraucht habe ich inklusive aller Standzeiten 29h25min. Das sicherte mir Platz 2 in meiner Kategorie Nonsupported -50 und Platz 3 Gesamt. Ehrlich gesagt habe ich vorher nie mit diesem Ergebnis gerechnet, da es mein allererstes Ultra-Distanz Rennen war und ich keinerlei Erfahrung auf der Langstrecke hatte. Für mich war die Devise, ausprobieren, spontan Entscheidungen treffen und einfach durchziehen.

Ich hoffe dass ich euch hier einen guten Einblick verschaffen konnte und ich euch Motivation mitgeben kann, so dass auch Ihr solche Herausforderungen annehmt!

Ich kann nur sagen, traut euch, probiert es aus und zieht es durch. Es wird euch definitiv bereichern und euch aufzeigen was in euch steckt.

Bei Fragen könnt Ihr gerne auf mich zukommen,

herzliche Grüße euer Sebastian.

Die letzte Challenge des Jahres, die Festive 500

Ursprünglich von dem Fahrradbekleidungshersteller Rapha hervorgebracht, hat sich die Festive500 mittlerweile zu einer richtigen Tradition entwickelt. Es gilt an den acht Tagen von Heiligabend bis Silvester 500km auf dem Fahrrad zu absolvieren.

Dabei spielt es keine Rolle wo und wie Ihr das macht. Ihr könnt alle Kilometer auf einen Schlag runterreißen oder es auch auf die acht Tage schön gemütlich verteilen. Genauso habt Ihr die Wahl ob die Distanzen In- oder Outdoor gefahren werden.

Habt Ihr das Ziel erreicht, könnt Ihr euch auf der Rapha Seite registrieren und bekommt als Belohnung einen 20% Rabatt-Code. Des Weiteren habt Ihr die Möglichkeit einen Warengutschein im Wert von 1000 Pfund zu gewinnen.el dafür sind die Baggerseen, die durch den Abbau von Kohle entstanden sind und heute als Freizeit- und Naturschutzgebiete dienen. Somit gibt es sehr viele Rad- und Wanderwege rund um die Seen. Offroad-Spaß war hier also vorprogrammiert.

Ich wusste also, dass die Rolle definitiv zuhause bleibt und ich das Gravel-Bike einpacken werde.

Zwischen den Feiertagen kann das Wetter immer wild sein. Von +12 Grad bis -5 Grad oder weniger ist alles drin!

Soviel zum offiziellen Teil, heute möchte ich euch von meiner letzten Herausforderung im Jahr 2024 erzählen. Ich habe mir vorgenommen die Festive500 zu absolvieren, aber nicht irgendwie, sondern komplett Outdoor und überwiegend auf unbefestigtem Terrain. 

Wie komme ich eigentlich auf so eine Schnapsidee? Man könnte es doch deutlich gemütlicher haben und es einfach auf der Rolle im Top-Klimatisierten Haus abkurbeln. Kann man machen, muss man aber nicht.

Das ein durchaus ambitionierter Sportler 500km in acht Tagen abspulen kann, ist eigentlich keine Herausforderung! Wenn man jedoch den Aspekt des Wetters und des Trainingsgebietes mit einbezieht, wird es auf jeden Fall zu einem richtigen Brett wie ich feststellen musste, aber dazu später mehr.

Ich verbrachte die Weihnachtsfeiertage bei meiner Oma in der Nähe von Leipzig. Das Gebiet, ein ehemaliger Tagebau eignet sich optimal für das Grundlagen-Training im Winter, da es dort so gut wie keine Berge gibt. Viele dieser Gebiete wurden in den letzten Jahrzehnten rekultiviert und in Naherholungsgebiete umgewandelt. Ein gutes Beispiel dafür sind die Baggerseen, die durch den Abbau von Kohle entstanden sind und heute als Freizeit- und Naturschutzgebiete dienen. Somit gibt es sehr viele Rad- und Wanderwege rund um die Seen. Offroad-Spaß war hier also vorprogrammiert.

Ich wusste also, dass die Rolle definitiv zuhause bleibt und ich das Gravel-Bike einpacken werde.

Tag 1:

Es ist Heiligabend und die Festive500 wurden eingeläutet. Heute habe ich mir eine schöne Tour zusammengebaut, es soll in Richtung Ferropolis gehen. Dort sind noch viele alte Maschinen und die riesigen Kohlebagger des alten Tagebaus ausgestellt. Es ging für mich als Richtung Norden. Nachdem ich den recht unspektakulären Radweg an der Bundesstraße verlassen habe, ging es auf einem Naturbelassenen Weg entlang einer Bahntrasse auf direktem Wege zum großen Baggersee. Ferropolis liegt direkt an dem See und man konnte von weitem schon die riesigen Bagger und Maschinen sehen, leider war zu diesem Zeitpunkt das Gelände geschlossen und ich konnte mir das Spektakel nicht genauer ansehen. Also habe ich meine Fahrt fortgesetzt und meine Intervalle (4x4min L5) rund um den See absolviert. Danach ging es auch schonwieder in Richtung Heimat denn das Mittagessen und die Bescherung haben auf mich gewartet. Der Erste Tag ging nun also mit knapp 72km zu Ende.

Tag 2:

Nachdem gestern mit dem Essen nicht gegeizt wurde, mussten es heute ein paar Kilometer mehr sein. Es ging ähnlich zu gestern in Richtung Ferropolis, da mir der Weg entlang der Bahntrasse sehr gefallen hat. Von dort aus führte mich meine Route mehr östlich, sodass ich die Dübener Heide durchquerte. Dieses Gebiet ist einfach herrlich. Umgeben von kleinen Seen und Mooren erstrecken sich Kieferwälder und eine recht hügelige Landschaft. Die Tour war auf jeden Fall was fürs Auge, sowas sieht man einfach nicht, wenn man sich nur auf der Straße aufhält. 

Die Natur und die Wälder sind der Grund, warum ich so gerne auf dem Gravel-Bike unterwegs bin. Man ist für sich, kein störender Verkehr, man ist der Natur so nah, man entdeckt wilde Tiere und atemberaubende Landschaften.  Tag 2 war mit 82km und 2 Blöcken 30/30 somit auch geschafft.

Tag 3:

Heute habe ich ein wenig verschlafen und bin leider ziemlich spät erst losgekommen. Meine Tour musste ein bisschen gekürzt werden, da das Mittagessen am zweiten Weihnachtsfeiertag ja nicht einfach so verschoben werden kann. 

Ich fuhr also los und umrundete den großen Goitzschesee, welcher übrigens mit 1000 möglichen Wegen alles bietet, was man sich nur vorstellen kann. Ob Sand, Schotter, Asphalt oder querfeldein über Wiesen und Dämme, es ist wirklich für jeden was dabei. Entlang der Mulde habe ich dann meine SST-Einheit von 20min durchgeführt, da man dort gute 15km ungestört ballern kann. Auf der anderen Seite des Flusses ging es dann wieder in Richtung dem angesprochenen Mittagessen, da ich schneller als geplant war nahm ich noch einen kleinen Umweg um den Stausee mit. Am Ende standen mit knapp über 2 Stunden Fahrtzeit 62km auf der Uhr.

Tag 4:

Ein ganz spezieller Tag. Heute durfte nicht verschlafen werden. Es ging direkt nach dem reichhaltigen Frühstück mit dem Auto in Richtung Harz, dort besuchte ich Kenny und er hat mir den Harz von seiner Schönen Seite gezeigt. Es war ein Tag an dem der Nebel nicht wegzog. Wir hatten lediglich ein kleines Fenster oberhalb Blankenburgs auf einem Berggipfel, an dem wir klare Sicht hatten. Dennoch war es eine sehr unterhaltsame und wunderschöne Tour durch die Wälder im Harz. Den Tag habe ich nach den 34km und guten 500hm noch in der Therme ausklingen lassen. Man muss ja schließlich auch auf seine Regeneration achten!

Gemeinsam läuft es einfach besser! Gemeinsam mit Kenny die Wälder um Blankenburg unsicher gemacht.
Die Sonne lässt sich auch mal blicken 😉

Tag 5:

Leider hat es meine Frau richtig erwischt und wir mussten die Heimreise antreten. Heute wurden die Kilometer also nur mit dem Auto abgespult und nicht auf dem Fahrrad. Aber ein richtiger Ruhetag tat mir dann auch nochmal gut und ich konnte wieder gut Kräfte sammeln. Da alle um mich herum zu diesem Zeitpunkt erkältet waren, war dies auch der richtige Ansatz seinem Körper etwas Ruhe zu gönnen und es nicht unnötig herauszufordern. 

Tag 6:

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht einmal die Hälfte der erforderlichen Kilometer gesammelt. Es wird tatsächlich hinten raus noch spannend, da meine Challenge alles Outdoor und überwiegend Offroad zu fahren immer noch galt.

Also wurde heute richtig angegriffen und ich baute mir eine schöne Route im Kopf zusammen. Leider musste ich feststellen, dass es bei mir deutlich kälter als bei meiner Oma war. Auf dem Thermometer stand leider ein Minus vor der Zahl. Aber alles meckern hilft nicht, also gut anziehen und am Mindset arbeiten. Wer sich warme Gedanken macht, dem wird auch warm. Oder er kurbelt einfach noch nicht hart genug!  Zuerst fuhr ich also durch die angrenzenden Wälder und nahm ein paar mir bekannte Single-Trails mit. Am Neckar angekommen fuhr ich den größtenteils flachen Neckartal-Radweg entlang. Dieser wartet mit vielen Schotterpassagen und schlechten Asphalt-Wegen auf. Vom Tal ging es dann hügelig zurück nach Hause. Eine schöne stetige Grundlagenausfahrt war geschafft und ich konnte weitere 100km aufs Konto verbuchen.

Kleines Päuschen am Wegesrand.

Tag 7:

Die Wetterlage wurde von Tag zu Tag immer eisiger, mittlerweile sind die Seen schon mit einer Eisschicht überzogen und die Bäume und Sträucher richtig weiß, geschneit hat es aber nicht. Die Gegebenheiten waren also klar, warm anziehen und durchziehen. Den heutigen Tag habe ich genutzt, um einmal auf die andere Neckarseite zu fahren und ein paar neue Strecken zu scouten. Dabei habe ich ein paar wunderschöne Single-Trails entdeckt, die entlang eines Bachverlaufs führen. Es ist einfach unbeschreiblich welch malerische Landschaften ich dort gesehen habe. Wenn alles vereist ist, du an alten Viadukten vorbeifährst und die ruhige unberührte Natur erleben darfst. Durch die mir vielen Unbekannten Wege sind dann doch mehr Höhenmeter zusammengekommen als geplant, denn bei den Festive500 geht ja es nur rein um die Kilometer, wieviel Höhenmeter du dabei sammelst ist völlig gleichgültig. Am Ende des Tages standen 85km mit 1630hm.

Tag 8 – Das große Finale:

Der letzte Tag der Challenge. Durch die Übersicht der gefahrenen Kilometer auf Strava muss man nicht viel Rechnen. Du hast auf einen Blick im Auge was dir noch fehlt. Bei mir waren es 68km. Das Wetter war wie die Tage zuvor Eisig-Kalt! Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es für mich los die fehlenden Kilometer nach Hause zu holen. Da ich eine Verabredung zum Kaffee und Kuchen hatte musste ich mir meine Route so planen das ich auch pünktlich am ausgemachten Treffpunkt ankomme. Meist fahre ich nämlich Touren einfach so wonach mir gerade ist. Habe ich Lust da vorne links abzubiegen dann mache ich es, auch wenn ich manchmal gar nicht richtig weiß, wo ich dann überhaupt rauskommen werde. So mache ich es mir selbst spannend und halte mir dadurch den Spaß hoch, oft fahre ich irgendwelche kleinen Wege in Felder oder Wälder hinein die dann im nirgendwo enden und ich alle Meter wieder zurückfahren muss. Sowas nervt vielleicht manchmal aber nur so kann ich mir meine Map im Kopf zusammenbauen und bin nicht immer abhängig von Komoot oder irgendwelchen anderen Routen-Planungs-Tools.

Nach dem Kaffeekränzchen mit 2 soliden Stückchen Kuchen ging es wieder Berg hoch in Richtung warmer Dusche. Leider habe ich mich die Tage über sehr wenig um mein Fahrrad gekümmert, was Spuren hinterlassen hat. Aber auch einen leeren Akku der Di2 Schaltung mit sich brachte. Ich durfte somit den Heimweg ohne funktionierende Schaltung mit einem Fixie und einer Trittfrequenz von 40 bestreiten.

Ich sammelte so noch die letzten erforderlichen Kilometer und am Ende standen 501km auf dem Konto.

Die Natur für sich alleine. Bei dem Wetter waren wenig Leute unterwegs.
Das Wetter spielte doch gar gut mit!

Ich habe die Festive500 also gemeistert, alles Outdoor und die meiste Zeit auf echt schwierigem Untergrund. Ich habe dem eisigen Wetter getrotzt und bin ebenso froh, dass es nicht geregnet hat! Wie das Ganze mit Regen ausgesehen hätte, will ich mir gar nicht ausmalen.

Aber ist das Training in der Kälte denn überhaupt sinnvoll?

Ein ganz klares JA!

Dein Immunsystem wird dadurch gestärkt, du bist also widerstandsfähiger gegen Grippe und Erkältungen.

Zudem verbessert es deine Ausdauer, da dein Körper härter arbeitet, um sich warm zu halten was deine Ausdauer und deine Kalorienverbrennung steigern kann.

Es fordert Disziplin und kann somit deine Mentale Stärke fördern, du bist dadurch weniger empfindlich gegenüber Kälte.

Es ist jedoch sehr wichtig sich vor Beginn von Intervallen richtig aufzuwärmen du brauchst unter Umständen doppelt soviel Zeit, um dein Körper auf Betriebstemperatur zu bringen. Das merkst du vor allem an der Durchblutung deiner Hände und Füße.

Die passende Kleidung ist hier essenziell und muss den Temperaturen angepasst sein. Du solltest nicht zu dick und nicht zu dünn gekleidet sein.

Meine Tipps für die kalte Jahreszeit führe ich hier einmal auf, Bitte beachte aber, dass das Kälteempfinden sehr individuell ist und du hier evtl. Anpassungen vornehmen musst. Generell gilt ausprobieren und korrigieren!

5°-10°: Bib-Shorts mit Beinlingen oder lange Bibs, langes Unterhemd, langes winddichtes Jersey oder Windweste, evtl. Langfinger-Handschuhe, Schuhe mit Überschuhen oder Wintersocken

-10°-5°: Lange Winter-Bibs, langes Unterhemd, langes oder kurzes Jersey, winddichte Winterjacke, Halstuch + Stirnband oder Sturmhaube, Winterschuhe, dicke Handschuhe

Es gilt sich mehrere Lagen anzuziehen und diese sollten eng anliegen, sodass kein Fahrtwind unter die Kleidung kommen kann. Denn der Fahrtwind ist nicht zu unterschätzen, 0° fühlen sich dann ganz schnell wie Minusgrade an. 

Ich habe es bei den letzten Fahrten so gemacht, dass ich mir auch eine kleine Thermoskanne mit Tee auf die Ausfahrten genommen habe, um meine teilweise eingefrorenen Trinkflaschen wieder zu erwärmen. Etwas Wärme tut eurem Körper ganz gut. Was auch nicht vernachlässigt werden darf ist die ausreichende Verpflegung, unbedingt gut verpflegen, die Kälte fordert euren Körper ungemein.

Ich hoffe euch hat meine Geschichte fasziniert und ich konnte euch ein wenig inspirieren dem Wetter zu trotzen und die Natur zu genießen. Meine Empfehlung ist zudem das Wintertraining überwiegend im Wald zu absolvieren, da Ihr hier mehr geschützt seid vor dem eisigen Wind und den salzigen Straßen.

Leute ich bin raus, falls Ihr noch ein paar hilfreiche Tipps habt, immer her damit.

Macht’s Gut und bis Bald euer Sebastian

CROSS IST BOSS – Mein erstes Cyclocross-Rennen

Am vergangenen Wochenende nahm ich an meinem allerersten Cyclocross-Rennen teil. Sichtlich Nervös ging ich an den Start, da ich bei der Streckenbesichtigung schon das erste Mal die Bodenbeschaffenheit eher unfreiwillig erprobt hatte. Die Strecke war sehr anspruchsvoll, mit vielen engen Kurven, steilen Anstiegen, Schräghangpassagen und sandigen Abschnitten, die das Rennen zu einer echten Herausforderung machten. Darunter auch, für viele der Endgegner, eine richtig lange Treppe mit hohen Stufen aber auch die Cross-Typischen Sprung Hindernisse, die ich aber überlaufen habe.

Der Startpfiff fiel, und sofort setzte sich das Feld in Bewegung. Die ersten Meter waren hektisch, und ich musste mich durch das Gedränge kämpfen, um eine gute Position zu finden. Am Anfang hielt ich mich jedoch zurück umso erst einmal in das Rennen hinein zu finden, denn es ging von der Asphaltierten Startbahn direkt in einen zweispurigen Feldweg, wo schon der erste technische Abschnitt auf uns wartete.

Besonders die sehr technischen Passagen am Schräghang verlangten mir alles ab. Es war teilweise so steil, dass wenn man die Spur einmal nicht richtig getroffen hatte, man sofort wegrutschte. Also hieß es runter vom Rad und ab auf die Schulter damit. Ich musste darauf achten, nicht auszurutschen und gleichzeitig schnell genug zu sein, um beim Laufen keine wertvolle Zeit zu verlieren.

Ein weiteres großes Hindernis waren die steilen Anstiege. Hier war es wichtig, die richtige Übersetzung zu wählen und im Sattel zu bleiben, um nicht den Grip zu verlieren. Einige Fahrer um mich herum hatten Schwierigkeiten, die Anstiege zu bewältigen, und ich musste oft ausweichen, um nicht in Stürze verwickelt zu werden.

Die engen Kurven erforderten höchste Konzentration und präzises Handling. Einmal rutschte mein Vorderrad weg, und ich konnte gerade noch einen Sturz verhindern. Diese Momente zeigten mir, wie wichtig es ist, die Balance zu halten und die richtige Linie zu wählen.

Trotz der Anstrengung, mit Pulswerten die ständig am Maximum sind, machte das Rennen unglaublich viel Spaß. Ich weiß nun um meine Schwächen und welche Stellschrauben ich noch drehen muss. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, man muss sich einfach mal an Neues herantrauen.

Die Zuschauer feuerten uns lautstark an, und die Atmosphäre war einfach großartig. Ihre Unterstützung war überwältigend. An den schwierigsten Stellen der Strecke standen sie dicht gedrängt und riefen uns aufmunternde Worte zu. Besonders in den technischen Passagen und bei der Treppe half ihr Jubel, die letzten Reserven zu mobilisieren.

Ihre Begeisterung war ansteckend und gab mir immer wieder neue Energie. Es war ein tolles Gefühl, zu wissen, dass so viele Menschen uns unterstützten und mitfieberten.

Nach 40 Minuten erreichte ich schließlich das Ziel. Erschöpft, aber glücklich. Es war ein unvergessliches Erlebnis, das mir gezeigt hat, wie viel Freude und Herausforderung im Cyclocross stecken.

Ich freue mich schon auf das nächste Rennen und darauf, meine Technik weiter zu verbessern. Cyclocross hat mich definitiv in seinen Bann gezogen!

Wie steht Ihr zum Thema Cross? Habt Ihr es schon mal ausprobiert oder bleibt Ihr lieber am Streckenrand und feuert lautstark die Verrückten an, die sich im Dreck wälzen?

Grüße euer Sebastian

TrainingPeaks-Virtual: Der neue Player im virtuellen Training

Die Indoor-Training Saison steht unmittelbar bevor. Viele von euch sind bereits schon voll dabei und spulen die Einheiten auf der Rolle ab. Die Auswahl an Trainingssoftware ist groß und nun kommt ein weiterer Player dazu – TrainingPeaks Virtual. Was hat die Software drauf, wo sind die Ähnlichkeiten zu den großen Anbietern am Markt und wie hat sich TrainingPeaks Virtual in den ersten Trainings geschlagen? Alle Infos dazu im heutigen Blog.

TrainingPeaks, die bekannte Plattform für Athleten und Trainer zur Planung und Analyse von Trainingsfortschritten, erweitert ihr Angebot mit TrainingPeaks Virtual. Diese neue, virtuelle Trainingsplattform basiert auf der Übernahme von IndieVelo, einem Start-up, das 2023 von den ehemaligen Zwift-Mitarbeitern Dr. George Gilbert und Bjoern Ossenbrink gegründet wurde. IndieVelo hat sich auf virtuelle Rennen spezialisiert und legt besonderen Wert auf realistische Simulationen wie Windschattenfahren, Bremsen und Kurvenverhalten.

Aktuell als Beta-Version verfügbar, wird TrainingPeaks Virtual ab März 2025 Teil des Premium-Abos.

Was macht TrainingPeaks Virtual besonders?

Die Synergien zwischen TrainingPeaks und TrainingPeaks Virtual bieten Nutzern nahtlose Integration und einen echten Mehrwert:

  • Automatische Synchronisierung: Trainingskalender und Workouts werden direkt in die Plattform integriert.
  • Individuelle Anpassung: FTP-Werte und Trainingszonen werden automatisch übernommen.
  • Funktionsvielfalt: Ähnlich wie bei anderen Plattformen gibt es Group Rides, Veranstaltungen und Rennen – dazu die Möglichkeit, eigene Teams zu erstellen und die Community zu stärken.

Erfahrungen aus erster Hand

Ich habe TrainingPeaks Virtual getestet und war sofort begeistert! Die Plattform erinnert optisch stark an Zwift – was kaum überrascht, wenn man die Gründer kennt. Dennoch hat sie einige besondere Merkmale, die sie für mich zur idealen Alternative machen:

  • Benutzerfreundlichkeit: Alles ist intuitiv und selbsterklärend. Workouts werden automatisch an den Trainingstagen hinterlegt, ohne dass ich zusätzliche Daten importieren muss.
  • Schnelle Einrichtung: Die Verbindung zu meinem Smarttrainer und den Sensoren (z. B. Herzfrequenz) funktionierte reibungslos.
  • ERG-Modus: Besonders beeindruckend war die sanfte Anpassung des Widerstands im ERG-Modus – selbst bei Sprints bleibt die Steuerung angenehm.

Auch wenn die Plattform keine realistischen Landschaftsbilder wie Rouvy oder unzählige Fahrradauswahlmöglichkeiten wie Zwift bietet, überzeugt sie durch klare Fokussierung und Benutzerfreundlichkeit. Für Premium-Nutzer von TrainingPeaks ist sie die perfekte Ergänzung!

All die Ironie bei Seite muss ich sagen, dass ich sehr begeistert war, als ich die Plattform das erste Mal benutzt hatte. Alles selbsterklärend und intuitiv zu handhaben. Sehr übersichtliche Darstellungen. Ich kann ohne weitere Aktivitäten oder komplizierte Datenverschiebungen mein Training durchführen, da mein Workout schon automatisch an dem jeweiligen Tag hinterlegt ist.

Die Kopplung mit meinem Smarttrainer, meines HV Sensors und anderen Sensoren lief schnell und ohne irgendwelche Hürden ab.

Ihr könnt eure Trainings frei fahren oder so wie ich im ERG Modus, beides funktioniert Tadellos und der ERG Modus macht die Einstufungen wirklich smooth, auch bei einem Sprint bekommt Ihr hier nicht gleich die 1000W Widerstand reingeknallt.

Ich habe keine Funktion die man von anderen Plattformen kennt und hier vermisst.

Klar gibt es kein reeles Bild wie jetzt z.B.: bei Rouvy oder keine 300 verschiedenen Räder zur Auswahl wie auf Zwift, jedoch ist das wesentliche bestens Überschaubar und Verwendbar.

Für mich die perfekte Alternative für jeden der sowieso ein Trainingpeaks Premium Zugang hat.

Grüße euer Sebastian