Rennradtrainingslager auf Teneriffa – Sonne, Steigungen und starke Beine

Rennrad-Trainingslager auf Teneriffa – Sonne, Steigungen und starke Beine

Teneriffa ist längst kein Geheimtipp mehr, wenn es um anspruchsvolle, sonnensichere Trainingsbedingungen für Rennradfahrer geht und unser diesjähriges Rennrad-Trainingslager auf Teneriffa hat das eindrucksvoll bestätigt. Eine Woche voller endloser Anstiege, spektakulärer Landschaften und konstantem Sonnenschein hat uns nicht nur sportlich, sondern auch mental nach vorne gebracht.

Wer im Winter oder zur frühen Saisonvorbereitung ein effektives Trainingslager sucht, findet hier perfekte Bedingungen für nachhaltigen Leistungsaufbau im Ausdauersport.

Perfekte Bedingungen für ein Rennrad-Trainingslager

Schon nach der Ankunft war klar,  dieses Trainingslager wird besonders. Täglich stabile Temperaturen um die 20 Grad, kaum Wind in den Tälern und ein strahlend blauer Himmel. Ideale Voraussetzungen für lange Grundlageneinheiten und intensive Bergintervalle.

Während in Deutschland noch Winterkleidung angesagt war, rollten wir hier in kurzer Hose, mit Sonnencreme und viel Motivation los.

Die Trainingsdaten sprechen für sich:

– Über 1.200 Kilometer
– Rund 28.000 Höhenmeter
– Zahlreiche Anstiege zwischen 30 und 90 Minuten Länge

Die Strecken auf Teneriffa sind wie gemacht für ambitionierte Rennradfahrer. Flache Kilometer sind rar,  stattdessen dominieren lange, gleichmäßige Anstiege. Besonders eindrucksvoll waren die Fahrten in Richtung Teide.

Alle 500 Höhenmeter verändert sich die Landschaft. Von kargen Küstenstraßen über duftende Kiefernwälder bis hin zu surrealen Vulkanlandschaften auf über 2.000 Metern Höhe, ein echtes Paradies für alle, die Höhenmeter lieben.


Highlight: Die legendäre Masca-Schlucht

Ein absolutes Muss im Rennradtrainingslager auf Teneriffa ist die Region rund um die Masca Schlucht.

Diese Strecke zählt zu den spektakulärsten und anspruchsvollsten der Insel. Enge Serpentinen, schroffe Felsformationen und extreme Steigungsprozente machen Masca zu einer echten Herausforderung.

Die Auffahrten sind brutal steil. Die Abfahrten technisch und fordernd. Konzentration ist hier Pflicht.

Aber die Belohnung? Atemberaubende Panorama-Ausblicke, die jede Anstrengung rechtfertigen.

Lange Tage im Sattel mit Aussicht

Neben dem sportlichen Reiz bot jede Ausfahrt neue Perspektiven. Mal thronte der Teide majestätisch über uns, dann öffnete sich der Blick auf den Atlantik.

Kurze Stopps an Aussichtspunkten wurden zu kleinen Genussmomenten. Banane, Energy-Riegel, eine Cola oder ein klassischer café con leche, mehr braucht es nicht, um die Speicher wieder zu füllen.

Diese Mischung aus Belastung, Natur und Gemeinschaft macht ein Trainingslager so wertvoll, nicht nur für die Fitness, sondern auch für die Motivation.


Die große Teneriffa-Inselumrundung mit 270km purer Herausforderung

Ein besonderes Highlight war die komplette Inselumrundung.

270 Kilometer. 5.500 Höhenmeter. Ein Tag.

Einmal rum: Die große Teneriffa‑Inselumrundung
 
Ein weiteres Highlight unseres Trainingslagers war die komplette Inselumrundung. Für einen kleinen Kreis ging es auf eine Runde (270km mit 5.500hm) rund um die Insel.
 
Eine Tour, die nicht nur lang, sondern auch landschaftlich unglaublich abwechslungsreich ist. Von lebendigen Küstenorten über einsame Klippenstraßen bis hin zu langen Passagen mit Blick auf den offenen Atlantik. Jeder Kilometer bot neue Eindrücke der Insel. Die Runde ist fordernd, aber absolut lohnend.
 
Sie zeigt Teneriffa von all seinen Seiten. Die touristischen Bereiche ebenso wie die einsameren, ruhigen Regionen im Norden und Westen. Am Ende der Tour war klar: Diese Insel hat viel mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erwartet.

Trainingseffekt garantiert – Warum ein Trainingslager auf Teneriffa wirkt

Die Kombination aus:
– langen, gleichmäßigen Anstiegen
– dünnerer Luft in höheren Lagen
– konstant guten Wetterbedingungen
– strukturiertem Trainingsaufbau
führt zu einem enormen Leistungszuwachs.

Was zu Wochenbeginn noch wie ein endloser Berg wirkte, fühlte sich am Ende kontrolliert und souverän an. Genau das ist der Effekt eines gezielt gesteuerten Rennrad-Trainingslagers: Belastung setzen, Reize verarbeiten, stärker zurückkommen.

Ein Trainingslager ersetzt keine langfristige Planung, aber es kann ein massiver Booster für deine Saison sein.


Fazit: Rennradtrainingslager auf Teneriffa – wir kommen wieder

Intensiv. Sonnig. Anspruchsvoll. Unvergesslich.

Dieses Trainingslager war genau das, was wir uns erhofft hatten: intensiv, sonnig, anspruchsvoll und unvergesslich. Die Insel hat uns nicht nur gefordert, sondern auch begeistert. Und eines steht fest, mit so vielen Höhenmetern in den Beinen kann die Saison definitiv kommen.
 
Sportliche Grüße,
Sebastian

Bereit für dein nächstes Level?

Du willst nicht nur Kilometer sammeln, sondern gezielt schneller, stärker und ausdauernder werden?

Dann arbeite mit uns strukturiert an deiner Performance:
– Individuelle Trainingsplanung für ambitionierte Rennradfahrer
– 1:1 Coaching mit persönlichem Austausch
– Wissenschaftlich fundierter Trainingsaufbau
– Leistungsdiagnostik & Belastungssteuerung
– Saisonplanung inklusive Trainingslagervorbereitung

Jetzt Coaching anfragen und deine Saison strategisch planen.
Nutze das nächste Trainingslager nicht nur zum Fahren, sondern als gezielten Leistungsschub.

Wir begleiten dich auf dem Weg zu deinem nächsten sportlichen Ziel.

Dein Sporformance Coaching-Team

Wintertraining unter der Sonne Spaniens – Warum das Bike Camp Mallorca mein klarer Favorit für den Saisonstart ist!

Wintertraining unter der Sonne Spaniens! Darum ist unser Bike Camp Mallorca mein klarer Favorit für den Saisonstart ist!

Während viele Radfahrer im Winter ihre Einheiten auf der Rolle oder im Fitnessstudio absolvieren, habe ich mich über die Weihnachtstage bewusst für eine andere Strategie entschieden. Raus aus dem Winter, rein in die Sonne Spaniens.

Mein Ziel war die Costa Blanca rund um Alicante und ich kann nach zwei intensiven Wochen mit über 1.100 Kilometern sagen…genau solche Bedingungen sind der Schlüssel für einen starken Saisonstart.

Diese Erfahrungen nehme ich auch direkt mit in unser Bike Camp Mallorca ab 14.03. Aktuell sind noch 5 Plätze frei. (https://sporformance.de/mallorca-bike-camp/)

Anstiege garantiert! Im Hinterland kann gut geklettert werden!
Die Sonne im Gesicht. Ich genieße das traumhafte Wetter.

Warum Spanien und warum Mallorca perfekt für Rennradfahrer ist.

Ich fahre seit Jahren regelmäßig ins Trainingslager nach Spanien und weiß, die Bedingungen dort sind im Winter und Frühjahr kaum zu schlagen. Das spanische Festland und Mallorca vereint dabei alles, was ein effektives Rennrad-Trainingslager braucht:

– Mildes Klima: Meist 15–20 °C – ideal für lange Einheiten ohne Kälte und dicke Kleidung
– Viel Tageslicht: Training von morgens bis in den Nachmittag problemlos möglich
– Top Straßenqualität: Sehr guter Asphalt und eine extrem radfreundliche Infrastruktur
– Vielfältige Strecken: Flache Passagen für Grundlagenfahrten, anspruchsvolle Anstiege im Tramuntana-Gebirge
– Bewährtes Trainingsrevier: Nicht umsonst Trainingsbasis vieler Profi-Teams

Genau diese Kombination macht Mallorca für mich zur Nummer 1 im Frühjahr.

Mein Trainingsansatz: Qualität statt nur Kilometer sammeln

In Alicante habe ich die zwei Wochen gezielt genutzt, um strukturiert zu trainieren, genauso, wie wir es auch im Bike Camp Mallorca umsetzen:

– Lange Grundlageneinheiten, um die aerobe Basis zu festigen
– Bergtraining, um Kraftausdauer und Rhythmus zu entwickeln
– Gezielte Tempo- und Intervallabschnitte, angepasst an Leistungsstand und Zielsetzung
– Bewusste Regeneration, damit die Reize auch wirklich wirken

Mir ist wichtig, dass ein Trainingslager nicht einfach nur „viel fahren“ bedeutet, sondern sinnvoll trainieren, genau das erwartet dich auf Mallorca.

Das macht ein Trainingslager für mich wirklich besonders

Neben dem Training sind es oft die kleinen Dinge, die ein Camp unvergesslich machen:

– Ruhige Nebenstraßen im Hinterland
– Kleine, authentische Dörfer mit perfekten Café-Stopps
– Ausfahrten im Sonnenaufgang oder dem letzten Licht des Tages
– Der Austausch in der Gruppe und gemeinsames Fachsimpeln nach der Einheit

All das erlebe ich jedes Mal aufs Neue und genau das möchte ich im Bike Camp Mallorca weitergeben.

Mein Fazit: Spanisches Festland und Mallorca sind der ideale Start in deine Saison

Nach meinen Erfahrungen an der Costa Blanca steht für mich fest:
Ein gut strukturiertes Trainingslager im Frühjahr kann deine komplette Saison verändern.

Mit demunseren Bike Camps auf Mallorca ab 14.03. schaffen wir die perfekte Basis:

– optimale Trainingsbedingungen
– klare Struktur
– persönliche Betreuung
– und jede Menge Motivation für die kommenden Monate

Bike Camp Mallorca – Woche 1 | 14.03.–21.03.
Nur noch 5 freie Plätze verfügbar (Hier gehts zur Anmeldung)

Wenn du deine Saison nicht dem Zufall überlassen willst, sichere dir jetzt deinen Platz.
Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dir auf Mallorca zu trainieren.

Sportliche Grüße
Sebastian

Rennradtrainingslager auf Teneriffa – Dein perfekter Saisonstart unter der Sonne!

Rennradtrainingslager auf Teneriffa – Dein perfekter Saisonstart unter der Sonne!

Du willst dem Winter entfliehen, deine Form verbessern und unvergessliche Momente auf dem Rennrad erleben? Dann ist unser Rennrad-Trainingslager auf Teneriffa genau das Richtige für dich!

Teneriffa ist die größte Kanareninsel und ein echtes Paradies für Rennradfahrer. Ganzjährig milde Temperaturen, perfekte Straßen und eine Landschaft, die ihresgleichen sucht: vom türkisblauen Meer bis hinauf zum majestätischen Teide, dem höchsten Berg Spaniens.

Warum Teneriffa das ideale Rennradtrainingslager im Winter ist?

– Sonnengarantie im Winter: Während zu Hause graue 5–10 °C warten, genießt du hier entspannte 20–25 °C.
– Spektakuläre Anstiege: Der legendäre Teide bietet über 2.000 Höhenmeter am Stück und ein Traum für Bergfahrer.
– Vielfältige Strecken: Küstenstraßen, Serpentinen, Bergdörfer und jeden Tag ein neues Highlight.
– Perfekte Saisonvorbereitung: Egal ob Jedermannrennen, Ultradistanz oder Marathon.  Hier legst du eine starke Basis für deine Saison.
– Professionelle Organisation: Strecke, Planung, Support – wir kümmern uns, du trainierst.

Top Landschaft und ein schöner Mix aus Küste und Berge.

Dein Trainingslager auf Teneriffa – eine Woche voller Highlights

Tag 1 – Anreise & Kennenlernen
Transfer, Check-in, Räder aufbauen und eine kurze Einrollrunde. Abends gemeinsames Briefing und Abendessen.

Tag 2 – Küstenrunde zum Warmwerden
Entspannte Tour entlang der Küste, Sonne tanken und den ersten café con leche genießen.

Tag 3 – Erste Höhenmeter & Bergdörfer
Wir fahren ins Inselinnere, entdecken kleine Straßen und charmante Dörfer,  inklusive erster knackiger Anstiege.

Tag 4 – Königsetappe: Der Teide ruft!
Das absolute Highlight: der legendäre Vulkan. Ein epischer Anstieg mit über 2.000 Höhenmetern und atemberaubenden Ausblicken.

Tag 5 – Regeneration & Coaching
Lockere Runde, aktive Erholung und gezielte Coachingsessions.

Tag 6 – Abschlusstour mit Panorama
Noch einmal alles geben! Traumhafte Runde mit Meerblick, danach gemeinsames Abschlussessen.

Tag 7 – Heimreise
Mit vielen Kilometern, neuen Freunden und reichlich Motivation geht’s zurück nach Hause.

Wie hier auf Mallorca gibt es jede Menge Abwechslung und guten Austausch.

Leistungen im Überblick

– Geführte Touren in kleinen Gruppen
– Hotel mit Frühstück und Abendessen
– Individuelle Beratung & direkter Kontakt zu deinem Coach
– Abfahrtstraining & Technik-Coaching
– Jede Menge Spaß, Motivation und Trainingswissen

Warum du dabei sein solltest?

Weil du dir den perfekten Start in die Saison verdient hast!
Keine kalten Wintertage, keine Stunden allein auf der Rolle – stattdessen Sonne, Gemeinschaft und intensives Training in einer beeindruckenden Umgebung.

Wir zeigen dir, wie du effizient bergauf fährst, sicher bergab unterwegs bist und deine Form gezielt aufbaust. Dieses Trainingslager gibt dir genau die Trainingsreize, die du für deine Saisonhighlights brauchst.

Kaffeestop garantiert! Bei uns fester Bestandteil bei allen Touren, der Kaffee- und Kuchstop.

Sichere dir jetzt deinen Platz im Teneriffa-Trainingslager!

31. Januar – 7. Februar 2026 – Jetzt buchen!
Limitierte Plätze und ideal für all jene, die früh fit in die Saison starten wollen.

Wenn du Fragen hast oder unsicher bist, ob das Camp zu deinem Leistungsstand passt, dann schreib uns einfach. Wir beraten dich gern!

Sportliche Grüße,
Sebastian 

Meine Story über Badlands 2025 – Der Kampf ums Überleben!

Badlands 2025 – Mein härtestes Abenteuer auf dem Rad

Mit 816 km und 15.000 Höhenmetern zählt das Badlands Gravel Race zu den härtesten Ultra-Endurance-Rennen der Welt. Nicht allein die nackten Zahlen machen es brutal – auch die Bedingungen: tagsüber über 40°C in Andalusien, nachts einstellige Temperaturen. Dazu kommt, dass der Großteil der Strecke über unbefestigte Schotterpisten führt. Asphalt? Absolute Ausnahme. Ein echtes Gravel-Abenteuer.

Wie ich zu Badlands kam

Wir kennen es alle: Die Winter auf der Rolle sind lang. Genau dort, beim Stöbern auf YouTube, bin ich erstmals auf Videos vom Badlands Ultra-Gravel-Rennen gestoßen. Sofort war ich gefesselt: Die Landschaft, die Geschichte, die Härte dieses Events. Also begann ich zu recherchieren:

– Wo kann ich mich anmelden?
– Welche Voraussetzungen gibt es?
– Welches Setup wäre das richtige?

Der Bewerbungszeitraum 2023/24 war zwar schon vorbei, aber die Idee war geboren. Ich sammelte erste Erfahrungen bei Ultra-Rennen wie dem Race Across Germany und im Herbst 2024 öffnete dann endlich die Plattform für Badlands 2025.

Doch gleich der erste Rückschlag: Ich wurde nicht ausgewählt. Bei über 2.000 Bewerbungen für nur 350 Startplätze ist das Rennen extrem exklusiv. Doch im April kam die erlösende Nachricht – ein Platz wurde frei, ich rückte nach. Dafür gab ich sogar meinen Ötzi-Startplatz ab. Denn Badlands war mehr als ein Rennen – es war ein Traum.

Vorbereitung als Athlet und Coach

Als Trainer weiß ich, wie wichtig eine strukturierte Vorbereitung ist – vor allem für Ultra-Ausdauer-Rennen. Daher plante ich mein Jahr gezielt:

  • Ein Ultra-Rennen in den Schweizer Alpen als Härtetest
  • Trainingslager im Ötztal mit Belastung in der Höhe
  • Feinabstimmung von Setup, Ernährung und Schlafstrategie

Diese Erfahrungen wollte ich nicht nur als Athlet sammeln sondern auch, um mein Wissen in der Betreuung meiner Athleten weiterzugeben. Denn genau diese Learnings machen Training praxisnah und realistisch.

Der Start in Granada – mein erstes Gravel-Rennen

Am 31. August 2025 stand ich früh morgens in Granada am Start. Mein erstes Gravel-Rennen überhaupt. Nervös, voller Respekt, aber bereit. Unter mir: ein Cube Nuroad C:62, mein Partner für die kommenden Tage.

Der erste Anstieg hatte es sofort in sich: 1.000 Höhenmeter auf 16 km. Die Sonne brannte, die Beine brannten und schon früh fragte ich mich: Was tue ich mir hier eigentlich an?

Die Hitze in der Gorafe-Wüste, Krämpfe, kaum feste Nahrung, Badlands war von Beginn an ein Kampf. Doch aufgeben? Keine Option.

Nächte in der Wüste – Stille, Flow und Gefahr

Die erste Nacht im Sattel war surreal: Stille, nur das Knirschen meiner Reifen im Sand. Kaum andere Fahrer, nur ich, die Dunkelheit und meine Gedanken. Plötzlich wilde Hunde, die mich attackieren wollten, das war ein richtiger Schreckmoment. Doch ich kam durch. Und dann: der Sonnenaufgang über der Wüste. Ein unvergesslicher Moment, der alles Leiden relativierte.

Begegnungen und mentale Kämpfe

Das Feld war still, jeder mit sich beschäftigt. Doch die Locals in Andalusien waren das Gegenteil. Sie waren herzlich, hilfsbereit, voller Energie. Kleine Gesten die mir Kraft gaben.

Schlaf wurde zur Strategiefrage. Nach über 34 Stunden im Sattel musste ich mir ein Hotel nehmen, kurz schlafen, essen, regenerieren. Dann ging es weiter Richtung Almería, ans Meer, und wieder bergauf. Die letzten 220 km mit 5.000 Höhenmetern waren ein brutales Finale.

Mein Setup – minimalistisch, aber mit Reserven

  • Bike: Cube Nuroad C:62 Race
  • Schaltung: Shimano GRX Di2 1×12 (42z – 10/51z)
  • Laufräder & Reifen: Zipp mit 50 mm Schwalbe G-One R Pro, tubeless
  • Ausstattung: Rahmentaschen, Auflieger, „Arschrakete“ für Gepäck

Das Material hielt, bis auf einen kaputten Reißverschluss. Ich selbst war wohl etwas überpackt, aber lieber zu vorsichtig als zu riskant.

Das Ziel – 59 Stunden später

Der letzte Anstieg nach Quéntar: über 20 % Steigung, nach fast 59 Stunden im Sattel. Jeder Meter tat weh. Aber mein Wille war stärker als der Schmerz. Und dann: die Abfahrt nach Granada, die letzten Kilometer am Bach entlang und das Ziel.

Kein Triumph im klassischen Sinne, sondern eine Befreiung. Ich hatte nicht nur die Strecke bezwungen – sondern die Hitze, die Müdigkeit, die Zweifel.

Fazit – Warum Badlands mehr ist als ein Rennen

Badlands ist nicht einfach ein Ultra-Rennen. Es ist eine Prüfung von Körper und Geist. Ich habe gelernt, meine Grenzen neu zu definieren – und genau das gebe ich auch als Coach weiter. Denn die Erfahrungen auf der Strecke helfen mir, Athleten realistische Strategien für extreme Belastungen mitzugeben: Ernährung unter Hitze, mentale Stärke bei Schlafmangel, effektives Pacing.

Für mich war Badlands das härteste Abenteuer meines Lebens – und ein Schatz an Erfahrung, den ich in mein Coaching einfließen lassen kann.

Sportliche Grüße,
Sebastian

Rennrad-Trainingslager im Ötztal – Höhenmeter, Technik & pure Motivation

Das Ötztal ist ein wahres Paradies für Rennradfahrer, die hoch hinaus wollen. Unser diesjähriges Rennrad-Trainingslager in den Alpen war nicht nur landschaftlich ein Traum, sondern auch sportlich ein voller Erfolg. Bei bestem Wetter und perfekten Bedingungen haben wir uns gezielt auf kommende Events wie den Ötztaler Radmarathonvorbereitet.

Trainingsfokus: Höhenmeter & Ausdauer

Die Strecken im Ötztal bieten alles, was das Rennradherz begehrt: lange Anstiege, knackige Rampen und spektakuläre Ausblicke. Mit täglich mehreren tausend Höhenmetern stellten wir unsere Ausdauer auf die Probe.
Im Mittelpunkt stand die gezielte Verbesserung der Leistung an langen Anstiegen. Durch strukturierte Einheiten konnten wir unsere Bergpace – also die Fähigkeit, konstant und effizient bergauf zu fahren – deutlich steigern.

Warum das Ötztal ideal für Rennrad-Training ist:

  • Zahlreiche Alpenpässe mit langen, gleichmäßigen Anstiegen
  • Vielfältige Trainingsstrecken für Ausdauer & Technik
  • Optimale Vorbereitung für Radmarathons

Kühl war es die ersten Tage, wie hier beim Anstieg nach Gries (1.569m)

 Königsetappe: Simulation eines Radmarathons

Das sportliche Highlight war unsere Königsetappe – eine komplette Radmarathon-Simulation. Viele Kilometer, unzählige Höhenmeter und stundenlanges Fahren im Sattel machten diesen Tag zu einer echten Belastungsprobe.
Besonders das legendäre Timmelsjoch am Ende mit 1.800 Höhenmetern am Stück forderte nicht nur die Beine, sondern auch den Kopf. Wer hier durchkommt, ist mental bestens auf alpine Langdistanzrennen vorbereitet.

Athlet Klaus-Peter am Dach der Tour. Das Timmelsjoch mit 2.509m.
In Italien ein absolutes MUSS. Der Capuccino in Moos.
Bei der Hitze sind die Tunnel und Galerien für Abkühlung gut!

Rennrad-Techniktraining in den Alpen

Neben Kondition und Ausdauer kam auch das Rennrad-Techniktraining nicht zu kurz. Wir arbeiteten gezielt an:

  • Kurventechnik in schnellen Abfahrten
  • Sicheren Bremsmanövern
  • Effizientem Klettern am Berg

Laurin leitete außerdem ein spielerisches Techniktraining auf einem Parkplatz, um Radbeherrschung und Geschicklichkeit zu verbessern – ein wichtiger Baustein für Sicherheit und Geschwindigkeit.

Techniktraining auf engstem Raum. Laurin testet die Fahrskills unserer Teilnehmer/innen.

Laktattestung in der Höhe

Ein wissenschaftlicher Höhepunkt: Laktattestung auf über 2.500 Metern Höhe. Die Ergebnisse helfen uns, Trainingsbereiche präzise zu steuern und die individuelle Leistungsfähigkeit unter Höhenbedingungen zu analysieren – ein klarer Vorteil für alle, die alpine Rennen wie den Ötztaler Radmarathon bestreiten wollen.

Training auf der Originalstrecke des Ötztaler Radmarathons

Ein besonderes Highlight unseres Rennrad-Trainingslagers im Ötztal war das Fahren auf der Originalstrecke des Ötztaler Radmarathons. Schlüsselstellen wie das Kühtai, der Jaufenpass und das Timmelsjoch konnten so im Training unter realen Bedingungen erfahren werden. Dieses Streckenwissen gibt Sicherheit und Selbstvertrauen für den Renntag.

Laktattest in der Höhe am Timmelsjoch. Mit drei Auffahrten und jeweils 110hm Differenz und unterschiedlichen Leistungszonen.

Gemeinschaft & Motivation

Trotz hoher Trainingsumfänge kam der Spaß nicht zu kurz. Gemeinsame Gipfelerlebnisse, gegenseitige Unterstützung am Berg und das abendliche Fachsimpeln über Wattwerte machten das Trainingslager zu einem unvergesslichen Erlebnis.


Fazit: Das Ötztal ist nicht nur ein landschaftliches Highlight, sondern auch ein perfekter Ort, um sich gezielt auf große Herausforderungen wie den Ötztaler Radmarathon, das Race Across Germany oder andere alpine Radmarathons vorzubereiten. Höhenmeter, Techniktraining, wissenschaftliche Tests und Teamgeist – besser kann ein Rennrad-Trainingslager in den Alpen kaum sein.


Tipp: Wer die erarbeitete Bergform halten oder weiter ausbauen will, sollte unser Harz-Trainingscamp im September nicht verpassen – das ideale Bergtraining im Mittelgebirge.

Euer Coach Sebastian

Ein starkes Team! Unsere Teilnehmer/innen und Coaches beim Ötzicamp 2025!

90g vs. 120g Kohlenhydrate – Was bringt mehr Leistung? | Selbstversuch über 221 km & 5100 hm

120g Kohlenhydrate pro Stunde – Selbsttest auf der Langdistanz!

Wie viel ist zu viel? Diese Frage stelle ich mir heute, denn ich wage das Experiment, mich mit 120 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde zu verpflegen – und das über mehr als 8 Stunden Ausdauerbelastung auf dem Rad. Was das mit dem Körper macht, wie gut es funktioniert hat und was ich daraus für mein Training gelernt habe, erfährst du in diesem Erfahrungsbericht.

Die Ausgangslage: 227 km, 5.150 Höhenmeter, 1.000 g Kohlenhydrate

Geplant war eine Tour durch den Odenwald: 227 Kilometer mit 5.150 Höhenmetern, angepeilte Fahrzeit: 8 bis 8,5 Stunden. Um die Belastung realistisch zu gestalten, habe ich mir vorgenommen, die Anstiege konstant mit 300 Watt zu fahren – keine klassische Ausdauerfahrt also, sondern ein echter Härtetest.

Das Ziel: 120 g Kohlenhydrate pro Stunde = rund 1.000 g über die gesamte Tour.

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Logistik: Ohne Support, mit Rucksack

Ein solches Projekt verlangt auch logistisch einiges: Ohne Begleitfahrzeug blieb nur die Selbstversorgung. Ich hatte deshalb einen Rucksack mit rund 1.000 g Kohlenhydraten und eine 4-Liter-Trinkblase Wasser dabei – das waren satte 4 kg Zusatzgewicht.

Geplant war folgende Aufnahme pro Stunde:

  • 80 g KH in Trinkflaschen (als Pulver aufgelöst)

  • 1 Gel oder Riegel = weitere 30–40 g

Meine Produkte & Strategie

Ich habe mich für Produkte der Firma Amacx entschieden – konkret die Turbo-Line mit einem Glukose-Fruktose-Verhältnis von 1:0,8:

  • Turbo-Drink (80 g KH)

  • Turbo-Gel (40 g KH)

  • Turbo-Chew Bar (40 g KH)

Die Nahrungsaufnahme startete direkt ab der ersten Minute der Tour. Wichtig: Ich bin normalerweise nur 70–90 g KH/h gewohnt – das war also mein erster echter „High Carb Test“.

Die Tour im Detail: Höhen, Tiefen & Erkenntnisse

Startpunkt war mein Heimatgebiet, der Odenwald, der ideale Bedingungen für solch ein Vorhaben bietet. Das Wetter spielte mit (14–25 °C), die Beine auch. Die ersten Stunden liefen problemlos – Armlinge und Weste mussten schnell runter, es wurde warm, der Körper arbeitete.

Meine Pacing- und Ernährungsstrategie konnte ich konstant durchziehen: jede Stunde ein Gel oder Riegel und eine Flasche mit 80 g KH. Doch nach etwa 5 Stunden kam der erste Dämpfer: leichtes Völlegefühl und beginnende Übelkeit– der klassische Fehler: zu wenig Wasser getrunken!

Ein Liter reines Wasser später war das Problem gelöst. Die Kohlenhydrate konnten weiter aufgenommen werden, der Wattplan wurde durchgezogen: Anstiege mit 300 Watt, Flachstücke im GA2-Bereich.

Die Bilanz: Funktioniert hat’s – aber nicht ohne Kompromisse

Nach 8:14 Stunden standen am Ende der Fahrt:

  • 227 km & 5.130 Höhenmeter

  • Durchschnittsleistung: 221 W / NP: 256 W

  • 1.000 g Kohlenhydrate aufgenommen

  • Power-to-HR-Drift: nur -1,6 %

Fazit: Die Energieversorgung hat funktioniert, auch am letzten Berg konnte ich noch meine 300 Watt treten. Trotzdem: Die Aufnahme war mühsam, der Magen hat gearbeitet, und man musste konsequent essen und trinken, auch ohne Hunger oder Durstgefühl.

Meine Learnings aus dem Selbsttest

  1. Wasser ist entscheidend – KH-getränkte Flaschen reichen nicht aus!

  2. Ohne Support ist es logistisch eine Herausforderung – 4 kg zusätzliches Gewicht nur für Verpflegung.

  3. Regeneration war spürbar besser – vermutlich durch konstante Glukosezufuhr.

  4. Die Mischung 1:0,8 (Glukose:Fruktose) funktioniert gut – keine größeren Verdauungsprobleme.

  5. Feste Nahrung ist für mich unverzichtbar – rein flüssig oder gelbasiert ist auf Dauer nicht angenehm.

Fazit: Nicht für jedes Training nötig – aber sinnvoll für spezielle Belastungen

Für Rennen wie den Ötztaler Radmarathon würde ich dieses Protokoll wieder anwenden. Im normalen Training bleibe ich bei 90 g KH/h, da mein Fettstoffwechsel gut trainiert ist und „mehr“ hier nicht unbedingt „besser“ bedeutet.

Für harte Einheiten mit Intervallen oder langen Schwellentrainings über 3–4 Stunden werde ich den 120g/h-Ansatz aber sicher nochmal testen.

Exklusiver Rabatt auf Amacx-Produkte bei LaPrimafit

Du willst die Produkte von Amacx selbst ausprobieren? Dann schau bei unserem Partner LaPrimafit vorbei!
www.laprimafit.com

Mit dem Code Sporformance25 sparst du 25 % Rabatt auf Gels, Riegel, Drinks & Co.

Du willst deine Ernährung im Training verbessern?

Dann lass uns gemeinsam an deiner Strategie arbeiten!
Aktuell sind wieder freie Coachingplätze verfügbar.

Ob individuelle Trainingsplanung, Wettkampfvorbereitung oder Ernährungsstrategien – wir begleiten dich auf dem Weg zu deinem sportlichen Ziel.

Jetzt anfragen unter: startnow@sporformance.de

Sportliche Grüße,
Sebastian

Mallorca Trainingslager 2025 – Zwei Wochen voller Radsport, Sonne und Abenteuer

Das Mallorca-Trainingslager 2025 liegt hinter uns – Zeit für einen Rückblick auf zwei intensive, abwechslungsreiche und unvergesslich schöne Wochen auf der Baleareninsel. Für viele Teilnehmer war es der perfekte Saisonstart: Sonne, strukturierte Einheiten, entspannte Atmosphäre und natürlich jede Menge Radkilometer!
 
Perfekte Bedingungen für ein gelungenes Trainingslager
 
Unsere Base befand sich wie in den Jahren zuvor im **Grupotel Los Principes & Spa** in Playa de Muro. Das Hotel punktet mit direkter Strandlage, einem radsportfreundlichen Service inklusive Radkeller und Spa-Bereich, sowie einer riesigen Auswahl am Buffet. Die benachbarte Mietstation macht das Setup für alle unkompliziert.
 
Woche 1: Ankommen, Einrollen, Höhenmeter sammeln
Am 15. März startete die erste Woche. Nach individueller Anreise, Bikeaufbau und Leistungsdiagnostiken stand eine lockere Einrollrunde auf dem Programm – ideal zum Ankommen und Beine lockern. Beim gemeinsamen Abendessen gab’s die offizielle Begrüßung und einen Ausblick auf das, was kommt.
Leistungsdiagnostik bei unserem Athleten Rainer.
In drei leistungshomogene Gruppen aufgeteilt, ging es sonntags erstmals richtig los. Der Puig de Randa war das erste Highlight, gefolgt von Sant Salvador für die ambitionierteren Gruppen. Erste Belastung, erste Erfolge – und natürlich der erste Kaffeestopp, ein Muss auf Mallorca!
Am Montag ging’s ins Herz der Insel: das Tramuntana-Gebirge. Ob Coll de Sóller, Puig Major oder die legendäre Abfahrt über den Femenia-Pass – alle Gruppen hatten ihre Herausforderung, ihren Flow und ihre Highlights. 
 
Königsetappe & Küstenklassiker
Eines der großen Highlights: Die Königsetappe mit 180 Kilometern und 3.250 Höhenmetern. Valldemossa, Cala Deià, Fornalutx und natürlich der Puig Major standen auf dem Plan. Gruppe C wagte sich zusätzlich an Sa Calobra und den Col de la Creueta – was für ein Tag!
Auch ruhigere Tage kamen nicht zu kurz: Ermita de Betlem, Cala Ratjada oder die klassische Runde zum Cap de Formentor – die landschaftlichen Reize Mallorcas machten jede Ausfahrt besonders.
 
Woche 2: Neue Teilnehmer, neue Power
Woche zwei brachte frische Gesichter, neue Motivation und viele weitere Touren. Bekannte Highlights wie der Kräuterpass, der Batalla oder das Café am Cycling Planet in Alaró standen wieder auf dem Programm. Selbst das wechselhafte Wetter tat der Stimmung keinen Abbruch – zur Not gab’s Kaffee mit Heizpilz oder alternative Strecken.
Die Königsetappe wurde natürlich auch in Woche zwei gefahren – inklusive kultiger Croissant-Pause in Valldemossa und Mittagsrast in der wunderschönen Bucht von Cala Tuent. Für viele der Höhepunkt des gesamten Trainingslagers.
 
Technik, Tests und Teamgefühl
Neben den Radausfahrten gab es erneut die Möglichkeit zur Leistungsdiagnostik, persönlichen Beratung und lockeren Gesprächen mit den Coaches. Auch unser neuer Partner Amacx Nutrition (provided by La Primafit) sorgte für positive Überraschungen – mit hochwertigen Produkten und individuellen Testpaketen für alle Teilnehmer.
Abschluss mit Stil – Cap de Formentor & Ausklang
Die letzten beiden Tage nutzten wir für entspannte Ausfahrten, ein letztes Mal Cap de Formentor, ein letztes Mal Kuchen, Café con Leche und Weitblick. Beim gemeinsamen Abendessen und einem kühlen Getränk an der Hotelbar ließen wir die Erlebnisse Revue passieren – viele mit einem Lächeln im Gesicht und Muskelkater in den Beinen.
 
Unser Fazit:
Zwei Wochen Auszeit, Fokus, Fortschritt. Genau darum geht es bei einem Trainingslager – raus aus dem Alltag, rein in den Flow. Wir Coaches – Laurin, Kenny und ich – sind einfach dankbar für diese starke Gruppe, eure Motivation und euer Vertrauen.
 
Ob du zur Saisonvorbereitung, zum Kilometersammeln oder für den Spaß an der Gemeinschaft dabei warst: Es war uns eine riesige Freude!
Lust auf das nächste Trainingslager?
Wenn du diesen Spirit live erleben willst, aber lieber in Deutschland bleiben möchtest, haben wir etwas für dich:
 
🏔️ Harz-Bike-Camp 2025 – Dein Trainingslager in der Heimat!
Erlebe ein kompaktes, betreutes Trainingscamp mitten im Nationalpark Harz mit anspruchsvollen Strecken, intensiven Einheiten und wertvollen Coachings. Ob als Saison-Boost oder Radurlaub mit Gleichgesinnten – hier bist du richtig.
 
📍 Termin, Infos & Anmeldung: [Hier geht’s zum Harz-Bike-Camp ➜]https://sporformance.de/harz-bike-camp/
 
Bleib fit, bleib auf dem Rad – wir freuen uns, dich bald wiederzusehen!
 
Dein Coaching-Team: Kenny, Laurin & Sebastian

Saisonplanung – So gestaltest du deine Radsaison!

Heute Mitte Februar widmen wir uns mal einem sehr heißen Thema, und zwar der Saisonplanung. Wir klären also die Fragen wann ein Trainingslager Sinn macht und wie du dir die Rennen legen solltest um optimal abzuliefern. 

Die richtige Planung für deine Saison ist sehr wichtig in Bezug auf deine Form und um deine Motivation hoch zu halten.

Auch ich habe schon den ein oder anderen Fehler gemacht, was die Planung der Rennen anging. Bei mir war der Gedanke viel hilft viel, umso mehr Rennen ich machen, desto mehr Rennhärte wird sich entwickeln. Was ja generell auch stimmt, jedoch profitiert man erst später davon. Wenn man sich also alle ein bis zwei Wochen ein hartes Rennen reinfährt wird man einfach nur sehr schnell müde und das Hauptevent wird darunter leiden.

Damit du nicht den selben Fehler begehst haben wir hier nun die wichtigsten Tipps und Tricks zu deiner Saisonplanung.

Trainingslager:

Um es einmal vorwegzunehmen, ja ein “Trainingslager” ist Pflicht. Wo du dir das Volumen reinfährst, spielt hier jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Klar ist es effizienter und auch aus sozialer Sicht angenehmer das auf einer warmen Insel mit Gleichgesinnten zu machen. Dort kannst du dich voll aufs Radfahren, gute Ernährung und Regeneration konzentrieren aber nicht jeder hat diese Möglichkeiten aus welchen Gründen auch immer. Sei es Familie oder Beruf.

Aber auch in so einer Situation solltest du einen Volumenreichen Trainingsblock in dein Training integrieren. Achte dabei auf ausreichend Regeneration und versuche dir deinen Tag möglichst gut zu Takten um Stress zu vermeiden. Hier helfen Kleinigkeiten, wie zum Beispiel sich die Mahlzeiten vor der Ausfahrt zu richten, um dem Stress und der Frage, was esse ich jetzt, nach der Fahrt aus dem Wege zu gehen.

Außerdem empfiehlt sich ein Bergspezifisches Trainingslager im Sommer, wenn du das Ziel hast an Bergigen Radmarathons teilzunehmen.

Unser Bike Camp auf Mallorca - Cap Formentor enttäuscht einfach nie!

Planung der Rennen/Events:

Generell muss man hier unterscheiden, wie Fit und wieviel Rennerfahrung ihr habt. Ein Anfänger sollte sich hier nicht mehr wie ein bis zwei A-Events raussuchen, worauf er sich voll fokussiert. Alles andere wäre für die erste oder zweite Saison definitiv zu viel. Jedoch kann und sollte auch er sich B-Events raussuchen, wo er wie auch der Fortgeschrittene Radfahrer Erfahrungen sammelt, Dinge ausprobiert. Sei es die Technik oder die Ernährung, alles mit dem Ziel sich maximal auf das A-Event vorzubereiten.

Ein fortgeschrittener Rennfahrer kann sich gerne auf vier bis fünf A-Events festlegen. Aber aufgepasst! Hier solltest du darauf achten, dass die Events nicht zu dicht aufeinander folgen. Denn leider kann es immer mal vorkommen das man stürzt oder auch erkrankt und dann kann man vielleicht nicht mehr antreten, obwohl man schon viel Geld für eine Unterkunft und den Startplatz in die Hand genommen hat.

Ihr müsst euch einfach vor Augen halten, Radsport trainiert man nicht von heut auf morgen, es ist eine sehr langwierige Sache und deshalb musst du auch nicht jedes Monument in einem Jahr abgehackt haben!

B-Events können aber auch persönliche Bestzeiten auf der Hausrunde oder am Hausberg sein. Hier sind euren Vorstellungen keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur euch nicht zu sehr auf nur ein Event zu fokussieren aber es auch nicht zu übertreiben mit der Anzahl und Dichte der Events.

Rennfahrer die Bundesliga oder Kriterien fahren haben meist einen Rennkalender der sich von der breiten Masse unterscheidet. Dabei ist die erste Hälfte des Jahres immer sehr gut bespickt, auch mal mit Doppel-Wochenenden. Wobei beim klassischen Jedermann oder Marathonfahrer die Saison erst zur zweiten Jahreshälfte beginnt. 

Hier muss man die Saisonplanung an den jeweiligen Rennkalender anpassen, um die Form optimal zu steuern. Wir alle Wissen das wir unsere Form nicht über das ganze Jahr konstant hoch halten können, das gilt einfach zu berücksichtigen.

Meine Saisonplanung 2025:

Ich habe meine Saison mit Crossrennen angefangen, jedoch nie mit dem Gedanken da Zuviel zu erwarten. Das heist, ich habe hier den Fokus gehabt eine solide Belastung mitzunehmen und die anstelle eines Intervalls in die Trainingsplanung mit einfließen zu lassen. 

Meine Hauptziele (A-Events) sind:

7.6.25 – Doppeltes Everesting 

1.7.25 – Die Tour des Stations Ultimate 1000

18.7.25 – 24h Rad am Ring (4er-Team)

August, Bergiger Radmarathon

20.9.25 – King of the Lake

Somit stehen also 5 A-Events auf meiner To-do-Liste, wie du siehst teilweise ganz unterschiedliche Renntypen da ich mich einfach breit aufstelle und meine Fähigkeiten hier trotzdem zur Geltung kommen. Wenn man es nämlich mal genauer betrachtet, kommt es bei jedem Rennen auf eine hohe Dauerleistung an. Es sind keine Rennen dabei bei denen ich oft und weit aus dem Wohlfühlbereich raus muss, wie beispielsweise einem Kriterium oder den klassischen Jedermann Rennen.

Zur Vorbereitung habe ich mich bisher noch auf kein Event im speziellen fiksiert.

Beispiele die ich in Erwägung ziehe sind:

Everesting am Hausberg

Gravelrennen um die 100-150km

RTF´s 

viele lange Ausfahrten und evtl. Bikepacking

Zudem mache ich ein zweiwöchiges Trainingslager auf Mallorca. Da wird hauptsächlich an der Grundlage gearbeitet und viel Volumen eingefahren. Außerdem werden hier auch noch ein paar Intervalle gezielt eingestreut, um dem Körper den optimalen Reiz zu geben.

In Betracht ziehen werde ich auf jeden Fall auch ein Trainingslager in den Bergen. Dies habe ich nun schon die letzten zwei Jahre gemacht und habe sehr sehr gute Resultate dadurch erzielen können. Ich wohne zwar in einer Bergigen Region, jedoch sind die Anstiege hier mit max.350hm am Stück etwas zu kurz. Die Alpen sind zum Glück nicht weit entfernt und deshalb werde ich mich auch in diesem Jahr dort für die bergigen Rennen vorbereiten.

Wenn auch du dich optimal auf einige Rennen und Events vorbereiten willst, dir aber unsicher bist wie du das angehen sollst, dann kannst du dich gerne bei uns melden und zu uns ins Coaching kommen.

Wir begleiten dich auf dem Weg zu deinen Zielen und bringen dich in Bestform an den Start.

Sportliche Grüße, dein  Sebastian

Neu im Coaching-Team – Sebastian unser Allrounder

Bevor Sebastian mit seiner Vorstellung startet möchte ich nochmal die Chance nutzen und einfach DANKE sagen! Was in den letzten Jahren gewachsen ist macht mich sehr sehr stolz und um so mehr freue ich mich, dass wir unser Coaching-Team erweitern und mit Sebastian einen weiteren Coach an Bord nehmen und unsere Kompetenz stetig erweitern!

Jetzt viel Spaß mit dem neuen Blog. Sportliche Grüße, Kenny

Unser neuer Coach: Herzlich Willkommen Sebastian!

Mittlerweile ist das Jahr 2024 Vergangenheit und heute nutze ich mal die Zeit und stelle mich euch mal ein wenig genauer vor. 

Aber nun erst einmal zu meiner Person:

Ich bin Sebastian, bin 34 Jahr alt und Radfahrer aus Leidenschaft. Immer mit Freude und großen Ambitionen bei der Sache!

Aber das war nicht immer so, tatsächlich fahre ich erst seit knapp 3 Jahren Rennrad, davor war ich ein gutes Jahrzehnt sehr unsportlich unterwegs und habe mein Leben anders genossen.

Da brauchen wir zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht tiefer drauf eingehen, wichtiger ist doch wie habe ich mit dem Radfahren angefangen und wo stehe ich jetzt.

Angefangen hat alles nach einen Motorradunfall auf der Rennstrecke, aus Langeweile und verletzungsbedingt habe ich auf dem Ergometer mit dem Sport begonnen.

Dabei schaute ich die Vuelta in Spanien und war wirklich begeistert wie spannend und adrenalingeladen Radsport eigentlich ist. Ich war völlig in den Bann gezogen und beschloss nun auch Rennen auf dem Rennrad in Angriff zu nehmen. Meine Suche in der DACH-Region führte mich zu meinem ersten Rennen à Eschborn Frankfurt. Mit den damals 100km und 1600hm kein kleines Unterfangen. Ich hatte nun ein Ziel und fokussierte das Training.

Das erste Rennen in meiner „Karriere“ war nun also in den Büchern. Völlig vom Radsport-Fieber besessen fing ich an mir weitere Events heraus zu suchen. In meinem ersten Jahr fuhr ich dann noch das Jedermann-Rennen der Deutschland-Tour, den Schauinsland-König ein Bergzeitfahren in der Nähe von Freiburg und einige andere Events wie auch RTF´s.

Ende der Saison hatte ich mir zukünftige Ziele gesetzt die ich mit meinem alleinigen Training nicht stemmen konnte. Unter anderem standen Mallorca312 und der Ötztaler Radmarathon auf der Liste. Diese Träume haben mich dann zum lieben Laurin ins Coaching geführt, der mich nun schon über 2 Jahre mit Rat und Tat unterstützt.

Weitere Events, wie der KOTL, Istria300, Schwarzwald-Super, der Ötztaler Radmarathon, Race across Germany und viele mehr folgten in den letzten Jahren. Noch heute habe ich den Anspruch meine Leistungen des Vorjahres zu toppen, jedoch den Spaß nie außen vor zu lassen.

Deshalb habe ich mich auch nie für irgendeine Sparte allein eingelassen. Ich stelle mich hier breit auf und bestreite auch mal ein Cross-Rennen oder einen MTB-Marathon nur zum Spaß. Diesen Winter habe ich auch das Laufen für mich entdeckt und integriere es ins Training.

Durch meinen Werdegang habe ich beschlossen, nun auch meine gesammelten Erfahrungen aus der Praxis und meine mentalen Stärken weiter geben zu wollen. Aus diesem Grund habe ich die Trainer-Ausbildung beim BDR begonnen.

Was zeichnet mich aus:

  • Was ich mir in den Kopf setze, ziehe ich durch
  • Allrounder der gerne neue Sachen ausprobiert
  • Eine Radfahrt kann nicht lang genug sein
  • Mentale Stärke

Was interessiert mich:

  • Kochen und Ernährung
  • Alles rund um Technik egal ob Fahrrad oder Auto
  • Wandern und die Natur, vor allem die Berge
  • Trainingssteuerung

Auf diesem Wege möchten wir nun verkünden (und da danke ich Kenny und Laurin sehr für Ihr Vertrauen) dass ich das Coaching-Team bei Sporformance ab sofort unterstützen werde.

Wir werden als Special 3 Personen die Möglichkeit geben kostenfrei zu mir ins Coaching zu kommen, sodass ich hier meine Praxis-Erfahrungen weiter ausbauen kann und Du bestenfalls einen Leistungs- und Motivationsschub bekommst.

Aber keine Angst, die Expertise von Kenny und Laurin wird auch hier zum Einsatz kommen und mich bei der Trainingsplanung unterstützen.

Sportliche Grüße, dein zukünftiger Coach Sebastian

Race across Germany – Mein Bericht zum Rennen

Mittlerweile ist das Jahr 2024 Vergangenheit und ich lasse so manche Rad-Erlebnisse des Jahres Revue passieren. So auch mein Highlight Rennen der Saison, das Race across Germany von West nach Ost. Genau genommen ging es von der Aachener Innenstadt einmal quer durch die Republik bis an die Blaue Lagune nach Görlitz.

Heute werde ich euch von meinem ersten Ultra-Distanz Rennen erzählen, was mein Antrieb war, welche Schwierigkeiten es gab und meine Learnings daraus.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und mitfiebern!

Was ist das Race across Germany?

Es handelt sich hierbei um ein Ultra-Distanz Radrennen bei dem es quer durch Deutschland geht. Es stehen hier verschiedene Strecken und Distanzen zur Auswahl. Die zwei bedeutendsten sind die Strecken von Nord nach Süd(1100km) oder die von West nach Ost (800km). Bei beiden Strecken gibt es auch noch verkürzte Varianten.

Das Rennen kann man alleine oder im Team bestreiten, genauso gibt es die Option als Supported oder Nonsupported ins Rennen zu gehen.

Vorbereitung

Was war eigentlich meine Motivation hier an den Start zu gehen? Ich wollte, nach unzähligen kleineren und mittleren Distanzen (unter anderem Mallorca312, ein Everesting und der Ötztaler), unbedingt einmal meine physischen und mentalen Grenzen kennenlernen. Somit war klar, ich muss mir ein Event aussuchen welches länger als 12h andauert.

Die Recherche begann und ich bin dann auch ziemlich schnell auf das Race across Germany gekommen. Die kurze Anreise und die Topografie der Route waren unter anderem ein Grund, denn mit knapp 8000hm auf 800km kann man als Anfänger im Ultra-Cycling ganz gut leben.

Kaum war die Anmeldung raus, habe ich auch den GPX File für die Strecke bekommen und mich an die Planung der Verpflegungsmöglichkeiten und die Rennstrategie gemacht. Ich habe mich in der Nonsupported Kategorie angemeldet gehabt und war somit auf mich allein gestellt was die Verpflegung anging. Auf der Strecke hatte ich mir somit meine fixen Stopps zurecht gelegt und die Speicher aufgefüllt. Da es erlaubt war zweimal von Freunden und Familie auch als Nonsupported Fahrer versorgt zu werden und ich mit einer Rahmentasche und einem Trinkrucksack bewaffnet war, hielten sich die Stopps im angemessenen Rahmen.

In der Trainingsvorbereitung lag der Fokus auf der Optimierung des Fettstoffwechsels und somit der Ausdauerfähigkeit. Den Winter über habe ich viel mit Krafttraining und langen Ausfahrten (auch auf der Rolle) verbracht. Wochen mit 15+ Trainingsstunden waren hier keine Seltenheit. Früh im Jahr ging es für mich dann ins Trainingslager auf Mallorca wo ich 10 Tage ordentlich Kilometer und Höhenmeter gesammelt habe. Ein großer Belastungsblock war somit schon Anfang März in den Beinen.

Des weiteren habe ich einige 300+ km Touren hinter mir wodurch ich auch meine mentalen Eigenschaften stärken wollte. Auf dem Plan standen dann auch Trainings zu völlig ungewohnten Zeiten, so wurde auch mal erst um 21:30 Uhr ins Training gestartet und die ganze Nacht durchgefahren. Dadurch konnte ich nicht nur meinen Körper testen sondern auch das ganze Equipment.

Das ist auch mein nächster Punkt.

Die Ausrüstung:

Als Nonsupported Fahrer hast du nicht die Möglichkeit deine Räder während des Rennens zu wechseln (im supported Bereich darfst du jederzeit dein Rad wechseln, da dein Team ständig hinter oder vor dir herfahren muss und somit immer in unmittelbarer Nähe vom Fahrer ist). Somit musst du dir Gedanken machen mit was für einem Rad gehe ich an den Start. Nehme ich das Zeitfahrrad welches auf den langen flachen Stücken richtig Vorteile bietet und an den wenigen Anstiegen durch das höhere Gewicht Nachteile bringt oder nehme ich das leichte Bergrad welches jedoch eine schlechte Aerodynamik hat? Ich entschied mich für mein Aero Renner, ein Cube Litening c68X Aero. An diesem habe ich noch den Lenker umbauen lassen, sodass ich auch Auflieger auf den Aero-Lenker montieren konnte. Somit habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und einen guten Kompromiss geschaffen. An der Übersetzung habe ich nichts verändert und bin mit der 52/36 zu 11/34 gut gefahren, da eh keine allzu steilen Rampen dabei waren und die Höhenmeter für die Distanz gering waren. Meine Alltags-Laufräder mit Tubeless Reifen haben sich immer bewährt, so war klar…hier verändere ich nichts außer ein paar neue Pneus aufzuziehen. Funfact: Morgens vor dem Start fuhr ich vom Hotel zur Startlinie und habe mir erst einmal einen schönen Cut in den neuen Reifen gefahren (ich liebe Innenstädte mit dem feiernden Volk und den Glasscherben). Ein Tubeless-Reparatur-Kit hatte ich dabei und somit wurde vor dem Startschuss noch schnell der Reifen geflickt.

Ich hatte eine große Rahmentasche und eine kleine für das Oberrohr mit an Bord, darin wurde die Verpflegung in fester Form verstaut und auch eine Powerbar um evtl. elektronische Geräte zu laden. Zusätzlich zu den Trinkflaschen am Rad hatte ich noch einen Trinkrucksack, sodass ich mit den knapp 4 Litern möglichst weit komme und die Stopps minimiere.

Das Lichtsetup hatte ich bereits auf meiner Nachtfahrt gut testen können und wusste somit dass meine Lampen nicht die ganze Nacht durchhalten werden. Deshalb war ich mit einem zweiten Satz Lampen unterwegs. Was sich auch gut gemacht hatte, war die zusätzliche Stirnlampe, die bot Sicherheit auf der völlig unbekannten Strecke bei vollkommener Dunkelheit. Grundvoraussetzung waren auch reflektierende Klebestreifen am Rad und eine Warnweste die getragen werden musste.

Zum Thema Bekleidung: hier war ich recht pragmatisch unterwegs, da zum Glück sehr milde bis warme Temperaturen vorhergesagt waren. Jedoch war auch sehr viel Regen und ein Unwetter angekündigt. Deshalb bin ich morgens mit den Latex-Überschuhen und einer Regenjacke am Start gestanden.

Das Rennen:

Da meine Startzeit für 8:30 Uhr angesetzt war, stellte ich mir meinen Wecker auf 6 Uhr um noch einmal ausgiebig und in Ruhe zu frühstücken. Die Nacht verlief sehr gut, somit stand ich ausgeschlafen, gut genährt und mit einer leckeren Tasse Kaffee intus am verregneten Start.

Den kleinen Aufreger mit dem Platten vor Beginn des Rennens hatte ich schnell verdaut. Was ich spürte war dann eine leichte Aufregung und Vorfreude auf das Rennen.

Der Startschuss wurde gegeben, also ging es los in meine erste Ultracycling Erfahrung.

Zu Beginn war die Herausforderung schnell aus der Aachener Innenstadt heraus zu kommen. Leider wurde die Fahrt durch die vielen Roten Ampel und den dichten Verkehr sehr zäh. Man kam so gar nicht in seinen Rhythmus rein, da man ständig anhalten musste.

Nachdem man die Stadt verlassen hatte ging es leicht hügelig in Richtung Rhein, wo schon die nächste große Stadt (Bonn) auf einen wartete. Ich als Landmensch habe immer leichten Stress im Stadtverkehr zurecht zu kommen und wundere mich jedes Mal wieviel Ampel eigentlich rot sein können.  Da es mittlerweile aufgehört hatte zu regnen, nutzte ich eine kleine Pinkelpause um auch meine Regenjacke abzulegen. Dies stellte sich jedoch als Fehler heraus da die Regenpause nur sehr kurz war., also Regenjacke wieder an und weiter.

Nach dem Kampf durch die Stadt ging es an die meisten Höhenmeter der Strecke durch den Westerwald, hier wurde das Wetter allmählich besser, sogar die Sonne zeigte sich so langsam. Nach ca. 8h und 215km bin ich in Herborn angekommen, wo ich meinen ersten größeren Stopp geplant hatte. Hier habe ich meinen Flüssigkeitsvorrat und die restliche Verpflegung (Haferkeckse, Gummibärchen und belegte Brötchen) aufgefüllt. Nach knapp 10min Standzeit ging es auch schon weiter in Richtung erster Timestation, bei der man den Veranstalter über die Ankunftszeit und seiner Verfassung informieren muss. Hier habe ich dann gleich die Chance genutzt und meine Speicher für die Nacht aufgefüllt. Gleichzeitig ist hier auch der Startort für die Light-Version von diesem Rennen. Also wenn Ihr noch nicht bereit für die volle Distanz seid, dann könnt Ihr hier die abgekürzte Version starten.

Es warteten nun noch 460km auf mich und es ging so langsam in die Nacht hinein. Die Sonne ging langsam unter und ich kämpfte mich weiter durch die leicht hügelige Landschaft. Auf der Ebene konnte ich gut meine Komfortable Position auf den Aufliegern fahren und war so sehr Aerodynamisch unterwegs. Als die Sonne ganz verschwunden war zog ich mir noch meine Windweste an, kurzes Trikot war durch die echt warmen Temperaturen auch noch Nachts kein Problem. Es war einfach herrlich durch die Nacht, auf den ruhigen Nebenstraßen zu fahren. Nur du, deine Gedanken und dein Fahrrad. Hier müsst Ihr Mental wirklich bei der Sache sein, gerne kann man sich hier mit Musik weiterhelfen, was ich auch tat.

So gegen 22 Uhr muss es gewesen sein, als ich anhielt und mir das erste mal genüsslich ein Koffeinhaltiges Getränke zuführte. Bis dahin war ich komplett ohne Koffein unterwegs und dies gab mir somit einen richtigen Push der mich durch die Nacht getragen hat. Apropos getragen, mitten in der Nacht, es war 2 Uhr, kam ich an eine Baustelle. Da ich mich nicht auskannte und es Stockfinster war wollte ich keine Umleitung fahren und beschloss die Baustelle so zu durchqueren. Tiefer loser Schotter und Sand hinderten mich aber und ich fiel um. Mit einem angekratzten Knie und dem Fahrrad auf der Schulter lief ich also durch die Baustelle durch. Dadurch sparte ich mir sehr viel Zeit und eine Umleitung bei der ich den Weg nicht kannte und in der Nacht auch nicht erproben wollte.

Als um 5 Uhr die Sonne langsam begann aufzusteigen wurde ich tatsächlich ein wenig müde. Ich habe über einen Zeitraum von 30min. wirklich mit mir kämpfen müssen. Halte ich an und mache ein Powernap oder ziehe ich durch und schaffe es vielleicht diesen punkt zu übertrumpfen? Das Polster nach hinten war aufjedenfall da, was die Entscheidung nicht vereinfachte. Aber meine Hoffnung den vor mir liegenden eventuell doch noch einzuholen pushte mich mehr. So machte ich einen kurzen Kaffee-Stopp und es ging weiter.

Es lagen noch ca. 180km vor mir und der Tag startete richtig gut mit viel Sonne, ziemlich schnell wurde es warm und die Müdigkeit war auch vergangen. Motivationsschübe gab es dann auch noch durch die Gespräche mit meiner Frau oder dem Telefonat mit Chef-Motivator Laurin.

Es war jedoch hinten raus ein ziemlicher Kampf noch Kraft aufs Pedal zu bekommen, ich war zwar nicht langsam unterwegs aber es war einfach alles schwergängiger als noch ein paar Stunden zuvor. Die Belastung war also deutlich spürbar, dennoch war ich noch lang nicht am Ende!

Ich fuhr weiter und weiter bis ins Gewitter hinein. Kurz fragte ich mich, unterstellen oder weiter fahren? Da es nicht kalt war und ich nur noch 40km vor mir hatte, zog ich wieder einmal meine Regenjacke an und zündete nochmal den Turbo. Die restlichen flachen Kilometer vergingen schnell da meine Gedanken an richtiges Essen, eine Duschen und ein Bett mich beflügelten. Vorallem war ich glücklich dass ich mir mein selbst gestecktes Ziel, das Rennen in unter 30 Stunden zu absolvieren, schaffen werde.

Das tat ich schlussendlich auch, gebraucht habe ich inklusive aller Standzeiten 29h25min. Das sicherte mir Platz 2 in meiner Kategorie Nonsupported -50 und Platz 3 Gesamt. Ehrlich gesagt habe ich vorher nie mit diesem Ergebnis gerechnet, da es mein allererstes Ultra-Distanz Rennen war und ich keinerlei Erfahrung auf der Langstrecke hatte. Für mich war die Devise, ausprobieren, spontan Entscheidungen treffen und einfach durchziehen.

Ich hoffe dass ich euch hier einen guten Einblick verschaffen konnte und ich euch Motivation mitgeben kann, so dass auch Ihr solche Herausforderungen annehmt!

Ich kann nur sagen, traut euch, probiert es aus und zieht es durch. Es wird euch definitiv bereichern und euch aufzeigen was in euch steckt.

Bei Fragen könnt Ihr gerne auf mich zukommen,

herzliche Grüße euer Sebastian.