Die letzte Challenge des Jahres, die Festive 500

Ursprünglich von dem Fahrradbekleidungshersteller Rapha hervorgebracht, hat sich die Festive500 mittlerweile zu einer richtigen Tradition entwickelt. Es gilt an den acht Tagen von Heiligabend bis Silvester 500km auf dem Fahrrad zu absolvieren.

Dabei spielt es keine Rolle wo und wie Ihr das macht. Ihr könnt alle Kilometer auf einen Schlag runterreißen oder es auch auf die acht Tage schön gemütlich verteilen. Genauso habt Ihr die Wahl ob die Distanzen In- oder Outdoor gefahren werden.

Habt Ihr das Ziel erreicht, könnt Ihr euch auf der Rapha Seite registrieren und bekommt als Belohnung einen 20% Rabatt-Code. Des Weiteren habt Ihr die Möglichkeit einen Warengutschein im Wert von 1000 Pfund zu gewinnen.el dafür sind die Baggerseen, die durch den Abbau von Kohle entstanden sind und heute als Freizeit- und Naturschutzgebiete dienen. Somit gibt es sehr viele Rad- und Wanderwege rund um die Seen. Offroad-Spaß war hier also vorprogrammiert.

Ich wusste also, dass die Rolle definitiv zuhause bleibt und ich das Gravel-Bike einpacken werde.

Zwischen den Feiertagen kann das Wetter immer wild sein. Von +12 Grad bis -5 Grad oder weniger ist alles drin!

Soviel zum offiziellen Teil, heute möchte ich euch von meiner letzten Herausforderung im Jahr 2024 erzählen. Ich habe mir vorgenommen die Festive500 zu absolvieren, aber nicht irgendwie, sondern komplett Outdoor und überwiegend auf unbefestigtem Terrain. 

Wie komme ich eigentlich auf so eine Schnapsidee? Man könnte es doch deutlich gemütlicher haben und es einfach auf der Rolle im Top-Klimatisierten Haus abkurbeln. Kann man machen, muss man aber nicht.

Das ein durchaus ambitionierter Sportler 500km in acht Tagen abspulen kann, ist eigentlich keine Herausforderung! Wenn man jedoch den Aspekt des Wetters und des Trainingsgebietes mit einbezieht, wird es auf jeden Fall zu einem richtigen Brett wie ich feststellen musste, aber dazu später mehr.

Ich verbrachte die Weihnachtsfeiertage bei meiner Oma in der Nähe von Leipzig. Das Gebiet, ein ehemaliger Tagebau eignet sich optimal für das Grundlagen-Training im Winter, da es dort so gut wie keine Berge gibt. Viele dieser Gebiete wurden in den letzten Jahrzehnten rekultiviert und in Naherholungsgebiete umgewandelt. Ein gutes Beispiel dafür sind die Baggerseen, die durch den Abbau von Kohle entstanden sind und heute als Freizeit- und Naturschutzgebiete dienen. Somit gibt es sehr viele Rad- und Wanderwege rund um die Seen. Offroad-Spaß war hier also vorprogrammiert.

Ich wusste also, dass die Rolle definitiv zuhause bleibt und ich das Gravel-Bike einpacken werde.

Tag 1:

Es ist Heiligabend und die Festive500 wurden eingeläutet. Heute habe ich mir eine schöne Tour zusammengebaut, es soll in Richtung Ferropolis gehen. Dort sind noch viele alte Maschinen und die riesigen Kohlebagger des alten Tagebaus ausgestellt. Es ging für mich als Richtung Norden. Nachdem ich den recht unspektakulären Radweg an der Bundesstraße verlassen habe, ging es auf einem Naturbelassenen Weg entlang einer Bahntrasse auf direktem Wege zum großen Baggersee. Ferropolis liegt direkt an dem See und man konnte von weitem schon die riesigen Bagger und Maschinen sehen, leider war zu diesem Zeitpunkt das Gelände geschlossen und ich konnte mir das Spektakel nicht genauer ansehen. Also habe ich meine Fahrt fortgesetzt und meine Intervalle (4x4min L5) rund um den See absolviert. Danach ging es auch schonwieder in Richtung Heimat denn das Mittagessen und die Bescherung haben auf mich gewartet. Der Erste Tag ging nun also mit knapp 72km zu Ende.

Tag 2:

Nachdem gestern mit dem Essen nicht gegeizt wurde, mussten es heute ein paar Kilometer mehr sein. Es ging ähnlich zu gestern in Richtung Ferropolis, da mir der Weg entlang der Bahntrasse sehr gefallen hat. Von dort aus führte mich meine Route mehr östlich, sodass ich die Dübener Heide durchquerte. Dieses Gebiet ist einfach herrlich. Umgeben von kleinen Seen und Mooren erstrecken sich Kieferwälder und eine recht hügelige Landschaft. Die Tour war auf jeden Fall was fürs Auge, sowas sieht man einfach nicht, wenn man sich nur auf der Straße aufhält. 

Die Natur und die Wälder sind der Grund, warum ich so gerne auf dem Gravel-Bike unterwegs bin. Man ist für sich, kein störender Verkehr, man ist der Natur so nah, man entdeckt wilde Tiere und atemberaubende Landschaften.  Tag 2 war mit 82km und 2 Blöcken 30/30 somit auch geschafft.

Tag 3:

Heute habe ich ein wenig verschlafen und bin leider ziemlich spät erst losgekommen. Meine Tour musste ein bisschen gekürzt werden, da das Mittagessen am zweiten Weihnachtsfeiertag ja nicht einfach so verschoben werden kann. 

Ich fuhr also los und umrundete den großen Goitzschesee, welcher übrigens mit 1000 möglichen Wegen alles bietet, was man sich nur vorstellen kann. Ob Sand, Schotter, Asphalt oder querfeldein über Wiesen und Dämme, es ist wirklich für jeden was dabei. Entlang der Mulde habe ich dann meine SST-Einheit von 20min durchgeführt, da man dort gute 15km ungestört ballern kann. Auf der anderen Seite des Flusses ging es dann wieder in Richtung dem angesprochenen Mittagessen, da ich schneller als geplant war nahm ich noch einen kleinen Umweg um den Stausee mit. Am Ende standen mit knapp über 2 Stunden Fahrtzeit 62km auf der Uhr.

Tag 4:

Ein ganz spezieller Tag. Heute durfte nicht verschlafen werden. Es ging direkt nach dem reichhaltigen Frühstück mit dem Auto in Richtung Harz, dort besuchte ich Kenny und er hat mir den Harz von seiner Schönen Seite gezeigt. Es war ein Tag an dem der Nebel nicht wegzog. Wir hatten lediglich ein kleines Fenster oberhalb Blankenburgs auf einem Berggipfel, an dem wir klare Sicht hatten. Dennoch war es eine sehr unterhaltsame und wunderschöne Tour durch die Wälder im Harz. Den Tag habe ich nach den 34km und guten 500hm noch in der Therme ausklingen lassen. Man muss ja schließlich auch auf seine Regeneration achten!

Gemeinsam läuft es einfach besser! Gemeinsam mit Kenny die Wälder um Blankenburg unsicher gemacht.
Die Sonne lässt sich auch mal blicken 😉

Tag 5:

Leider hat es meine Frau richtig erwischt und wir mussten die Heimreise antreten. Heute wurden die Kilometer also nur mit dem Auto abgespult und nicht auf dem Fahrrad. Aber ein richtiger Ruhetag tat mir dann auch nochmal gut und ich konnte wieder gut Kräfte sammeln. Da alle um mich herum zu diesem Zeitpunkt erkältet waren, war dies auch der richtige Ansatz seinem Körper etwas Ruhe zu gönnen und es nicht unnötig herauszufordern. 

Tag 6:

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht einmal die Hälfte der erforderlichen Kilometer gesammelt. Es wird tatsächlich hinten raus noch spannend, da meine Challenge alles Outdoor und überwiegend Offroad zu fahren immer noch galt.

Also wurde heute richtig angegriffen und ich baute mir eine schöne Route im Kopf zusammen. Leider musste ich feststellen, dass es bei mir deutlich kälter als bei meiner Oma war. Auf dem Thermometer stand leider ein Minus vor der Zahl. Aber alles meckern hilft nicht, also gut anziehen und am Mindset arbeiten. Wer sich warme Gedanken macht, dem wird auch warm. Oder er kurbelt einfach noch nicht hart genug!  Zuerst fuhr ich also durch die angrenzenden Wälder und nahm ein paar mir bekannte Single-Trails mit. Am Neckar angekommen fuhr ich den größtenteils flachen Neckartal-Radweg entlang. Dieser wartet mit vielen Schotterpassagen und schlechten Asphalt-Wegen auf. Vom Tal ging es dann hügelig zurück nach Hause. Eine schöne stetige Grundlagenausfahrt war geschafft und ich konnte weitere 100km aufs Konto verbuchen.

Kleines Päuschen am Wegesrand.

Tag 7:

Die Wetterlage wurde von Tag zu Tag immer eisiger, mittlerweile sind die Seen schon mit einer Eisschicht überzogen und die Bäume und Sträucher richtig weiß, geschneit hat es aber nicht. Die Gegebenheiten waren also klar, warm anziehen und durchziehen. Den heutigen Tag habe ich genutzt, um einmal auf die andere Neckarseite zu fahren und ein paar neue Strecken zu scouten. Dabei habe ich ein paar wunderschöne Single-Trails entdeckt, die entlang eines Bachverlaufs führen. Es ist einfach unbeschreiblich welch malerische Landschaften ich dort gesehen habe. Wenn alles vereist ist, du an alten Viadukten vorbeifährst und die ruhige unberührte Natur erleben darfst. Durch die mir vielen Unbekannten Wege sind dann doch mehr Höhenmeter zusammengekommen als geplant, denn bei den Festive500 geht ja es nur rein um die Kilometer, wieviel Höhenmeter du dabei sammelst ist völlig gleichgültig. Am Ende des Tages standen 85km mit 1630hm.

Tag 8 – Das große Finale:

Der letzte Tag der Challenge. Durch die Übersicht der gefahrenen Kilometer auf Strava muss man nicht viel Rechnen. Du hast auf einen Blick im Auge was dir noch fehlt. Bei mir waren es 68km. Das Wetter war wie die Tage zuvor Eisig-Kalt! Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es für mich los die fehlenden Kilometer nach Hause zu holen. Da ich eine Verabredung zum Kaffee und Kuchen hatte musste ich mir meine Route so planen das ich auch pünktlich am ausgemachten Treffpunkt ankomme. Meist fahre ich nämlich Touren einfach so wonach mir gerade ist. Habe ich Lust da vorne links abzubiegen dann mache ich es, auch wenn ich manchmal gar nicht richtig weiß, wo ich dann überhaupt rauskommen werde. So mache ich es mir selbst spannend und halte mir dadurch den Spaß hoch, oft fahre ich irgendwelche kleinen Wege in Felder oder Wälder hinein die dann im nirgendwo enden und ich alle Meter wieder zurückfahren muss. Sowas nervt vielleicht manchmal aber nur so kann ich mir meine Map im Kopf zusammenbauen und bin nicht immer abhängig von Komoot oder irgendwelchen anderen Routen-Planungs-Tools.

Nach dem Kaffeekränzchen mit 2 soliden Stückchen Kuchen ging es wieder Berg hoch in Richtung warmer Dusche. Leider habe ich mich die Tage über sehr wenig um mein Fahrrad gekümmert, was Spuren hinterlassen hat. Aber auch einen leeren Akku der Di2 Schaltung mit sich brachte. Ich durfte somit den Heimweg ohne funktionierende Schaltung mit einem Fixie und einer Trittfrequenz von 40 bestreiten.

Ich sammelte so noch die letzten erforderlichen Kilometer und am Ende standen 501km auf dem Konto.

Die Natur für sich alleine. Bei dem Wetter waren wenig Leute unterwegs.
Das Wetter spielte doch gar gut mit!

Ich habe die Festive500 also gemeistert, alles Outdoor und die meiste Zeit auf echt schwierigem Untergrund. Ich habe dem eisigen Wetter getrotzt und bin ebenso froh, dass es nicht geregnet hat! Wie das Ganze mit Regen ausgesehen hätte, will ich mir gar nicht ausmalen.

Aber ist das Training in der Kälte denn überhaupt sinnvoll?

Ein ganz klares JA!

Dein Immunsystem wird dadurch gestärkt, du bist also widerstandsfähiger gegen Grippe und Erkältungen.

Zudem verbessert es deine Ausdauer, da dein Körper härter arbeitet, um sich warm zu halten was deine Ausdauer und deine Kalorienverbrennung steigern kann.

Es fordert Disziplin und kann somit deine Mentale Stärke fördern, du bist dadurch weniger empfindlich gegenüber Kälte.

Es ist jedoch sehr wichtig sich vor Beginn von Intervallen richtig aufzuwärmen du brauchst unter Umständen doppelt soviel Zeit, um dein Körper auf Betriebstemperatur zu bringen. Das merkst du vor allem an der Durchblutung deiner Hände und Füße.

Die passende Kleidung ist hier essenziell und muss den Temperaturen angepasst sein. Du solltest nicht zu dick und nicht zu dünn gekleidet sein.

Meine Tipps für die kalte Jahreszeit führe ich hier einmal auf, Bitte beachte aber, dass das Kälteempfinden sehr individuell ist und du hier evtl. Anpassungen vornehmen musst. Generell gilt ausprobieren und korrigieren!

5°-10°: Bib-Shorts mit Beinlingen oder lange Bibs, langes Unterhemd, langes winddichtes Jersey oder Windweste, evtl. Langfinger-Handschuhe, Schuhe mit Überschuhen oder Wintersocken

-10°-5°: Lange Winter-Bibs, langes Unterhemd, langes oder kurzes Jersey, winddichte Winterjacke, Halstuch + Stirnband oder Sturmhaube, Winterschuhe, dicke Handschuhe

Es gilt sich mehrere Lagen anzuziehen und diese sollten eng anliegen, sodass kein Fahrtwind unter die Kleidung kommen kann. Denn der Fahrtwind ist nicht zu unterschätzen, 0° fühlen sich dann ganz schnell wie Minusgrade an. 

Ich habe es bei den letzten Fahrten so gemacht, dass ich mir auch eine kleine Thermoskanne mit Tee auf die Ausfahrten genommen habe, um meine teilweise eingefrorenen Trinkflaschen wieder zu erwärmen. Etwas Wärme tut eurem Körper ganz gut. Was auch nicht vernachlässigt werden darf ist die ausreichende Verpflegung, unbedingt gut verpflegen, die Kälte fordert euren Körper ungemein.

Ich hoffe euch hat meine Geschichte fasziniert und ich konnte euch ein wenig inspirieren dem Wetter zu trotzen und die Natur zu genießen. Meine Empfehlung ist zudem das Wintertraining überwiegend im Wald zu absolvieren, da Ihr hier mehr geschützt seid vor dem eisigen Wind und den salzigen Straßen.

Leute ich bin raus, falls Ihr noch ein paar hilfreiche Tipps habt, immer her damit.

Macht’s Gut und bis Bald euer Sebastian